Treckerdemo in Holland
Anne-Maria Revermann | am

Bauern aus Niedersachsen unterstützen holländische Kollegen (Ticker)

Hunderte Landwirte aus Niedersachsen nehmen an Trecker-Flashmob in den Niederlanden teil.

Landwirte aus Niedersachsen solidarisieren sich mit den holländischen Nachbarn: In den Niederlanden ist heute ein Trecker-Flashmob geplant. Landwirte aus dem Emsland, der Grafschaft Bentheim, der Region Oldenburg und Wilhelmshaven nehmen teil.

Etwa 200 Bauern aus Deutschland sind bereits seit heute früh um sechs Uhr vor Ort und fahre gerade durch Holland. Angeblich sind noch 1.500 Schlepper über Meppen auf dem Weg nach Holland.

Ein teilnehmender Landwirt berichtet, dass sie die Grenze bereits überquert haben und an einer Sammelstelle von den holländischen Kollegen abgeholt wurden. Aktuell fahren sie mit ihren Treckern durch Holland. "Die Holländer sind gut drauf. Es stehen viele Leute an der Straße und winken. Das hier ist schon eine Nummer."

Teilnahme überwältigend - "Holland steht"

Die an dem Flashmob teilnehmenden Landwirte haben ihre Rundumleuchten eingeschaltet und haben die Banner der Demo an ihre Fahrzeuge montiert, um sich an gut einsehbaren Stellen positionieren.

Nach Angaben eines teilnehmenden Landwirts aus dem Emsland, der sich auf der A7 in Richtung Groningen befindet, wird in den holländischen Nachrichten berichtet, dass "Holland steht". Die Teilnahme der Landwirte sei überwältigend. "Das kann man sich nicht vorstellen, es ist alles voll. Die Autobahn ist voller Trecker. Auf jeder Brücke stehen Passanten, teilweise mit Transparenten in der Hand."

 

Das sagen andere Medien zu den Demos in Holland:

Aus Verärgerung über Umweltauflagen der Regierung haben in den Niederlanden Hunderte von Bauern demonstriert und dabei Straßen mit Traktoren blockiert. Betroffen waren am Mittwoch auch Verkehrswege im Grenzgebiet zu Deutschland, wie die niederländische Nachrichtenagentur ANP berichtete. Unter anderem versperrten demnach Bauern mit ihren Traktoren den Grenzübergang zwischen Coevorden (Provinz Drenthe) und Niedersachsen. Zudem schlossen sich laut ANP rund 100 Bauern aus Deutschland ihren niederländischen Kollegen an.

Von der Ortschaft Mariënvelde aus seien sie in einem Traktor-Protestzug nach Arnheim gefahren. Proteste gab es auch im Gebiet von Venlo (Provinz Limburg) nahe der Grenze zu Nordrhein-Westfalen. Zur größten Demonstration kamen Hunderte Bauern in Hilversum unweit von Amsterdam zusammen.

Die Bauern klagen, dass sie unverhältnismäßig hart von Maßnahmen zur Reduzierung des Stickstoff-Ausstosses getroffen würden. Nach einem höchstrichterlichen Urteil müssen die Niederlande den Stickstoffausstoß vielerorts erheblich senken. Vor allem Viehhaltung verursache durch Gülle Stickstoff. Daher hatte die Regierung eine Reihe von Maßnahmen angekündigt. Unter anderem soll die Vergrößerung von Höfen begrenzt werden.

Massive Rückstaus auf Bundesstraßen und Autobahnen

Die Protestaktionen der Landwirte in den Niederlanden haben an der deutsch-niederländischen Grenze für Verkehrsstörungen gesorgt. "Wir haben zum Teil massive Rückstaus auf den Bundesstraßen 402 und 403 sowie auf der Autobahn 30", sagte eine Sprecherin der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim. Der niederländische Verkehrsinformationsdienst ANWB meldete ebenfalls blockierte Grenzübergänge.

Einem Video-Bericht der Grafschafter Nachrichten zufolge hatten Landwirte die zwischen Hannover und Amsterdam verlaufende Autobahn, die in den Niederlanden die A1 ist, an der Auffahrt de Lutte, etwa zwei Kilometer hinter dem Grenzübergang Gildehaus, blockiert.

Die niederländische Lokalzeitung «Tubantia» berichtete in ihrer Online-Ausgabe, dass auch die niederländische N35 bei Enschede von Bauern blockiert wurde. Dem Bericht zufolge veranstalteten auf der A1 die protestierenden Bauern ein Barbecue.

Mit Material von dpa

Hier geht´s zur Mitteilung von "Land schafft Verbindung" zum Schlepper-Flashmob

Pressemitteilung von "Land schafft Verbindung"

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