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Kristina Wienand | am

LAND & FORST-Die Wegweiser: Wiedervernässung von Mooren

In unserem Podcast "LAND & FORST-Die Wegweiser" sprechen wir mit Experten - diesmal aus der Wesermarsch. Zwei Landwirte und der Landrat stehen zum Thema Moorwiedervernässung Rede und Antwort.

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Etwa ein Drittel der Fläche in der Wesermarsch sind Moorböden. Diese werden zumeist seit Jahrhunderten landwirtschaftlich genutzt. Dazu mussten sie entwässert werden, was nach heutigen Erkenntnissen den CO2-Ausstoß aus diesen Böden stark erhöht hat.

Moore als natürliche CO2-Speicher könnten hingegen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Deshalb ist nun ist geplant, genau diese landwirtschaftlichen Moorböden wieder zu vernässen. Das hätte weitreichende Konsequenzen, vor allem im Landkreis Wesermarsch. Zwei Landwirte und der Landrat schildern in unserer neuen Podcastfolge ihre Bedenken. Alle drei Gesprächspartner stehen Edith Kahnt-Ralle, LAND & FORST-Redakteurin für den Bereich Pflanzenbau, Rede und Antwort zu dem Thema.

Kosten für Stauwehre - wer zahlt dem Landwirt das?

Landwirt Dirk Hanken aus Moorriem hat einen Hof in der Birkenheide in Elsfleth und schilderte seine Erfahrungen schon Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast. Hanken wirtschaftet auf 160 Hektar Moorgrünland. Er weiß, dass eine Wiedervernässung nur gelingt, wenn winters wie sommers genügend Wasser zur Verfügung steht. Das sei allerdings nicht der Fall, erklärt Hanken.

Um Wasser in der Region zu halten, müsste er viele Stauwehre bauen, doch wer zahlt dem Landwirt das? Abgesehen davon würde sich die Futterqualität auf den stark wiedervernässten Flächen verschlechtern, was die Milcherzeugung durch Zukauffutter verteuern würde. Und auf nassen Moorflächen ist keine Weidehaltung sicher möglich, seine Kühe müssten auf den Stall.

Moorschutz_Förderurkunde

Stephan Siefken spricht als Landrat des Kreises Wesermarsch über die Moorwiedervernässung. Fakt ist: die intensive Milcherzeugung stellt ein wichtiges Standbein der Wesermarschlandwirtschaft dar. Siefken betont, dass aber auch der Tourismus und unter anderem die Hafenwirtschaft prägende Branchen in dem nördlichen Landkreis sind. Weiteres Problem: Die Moorstandorte der Wesermarsch sind besiedelt und ein bedeutender Anteil der Infrastruktur liegt auf Moorflächen.

Moor

Landschaft gleicht einem Suppenteller

Eine Besonderheit der Region ist ihre Lage unter dem Meeresspiegel. Das erfordert eine Eindeichung, die auch den steigenden Meeresspiegel infolge des Klimawandels mit berücksichtigen muss. Auf diese Problematik geht Heiko Holthusen als Verbandsvorsteher der Braker Sielacht ein: Denn die Landschaft zwischen dem Weser- und Nordseedeich gleicht einem Suppenteller. Ohne aufwendiges und umfangreiches System aus Entwässerungsgräben und Pumpen könnte der Landstrich nicht vom Wasser befreit werden, berichtet Holthusen, der zugleich auch betroffener Landwirt ist.

Das Graben- und Pumpensystem ist allerdings in die Jahre gekommen und schon heute – unter anderem durch Starkregen – an seiner Leistungsgrenze. Wie könnte ein Wassermanagement in Zukunft aussehen? Ideen hören Sie in der Podcastfolge.

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