Emssperrwerk

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Christel Grommel | am

Leer: Test mit Emssperrwerk soll Verschlickungsproblem lösen

Im Mündungsabschnitt geht es der Ems seit Jahrzehnten schlecht. Das Hauptproblem ist die Verschlickung. Experten erhoffen sich nun einen großen Fortschritt von Tests, die im Sommer mit dem Emssperrwerk in Gandersum durchgeführt werden.

Ein Masterplan soll Besserung für die Ems bringen. Auch wenn es nur in kleinen Schritten vorangeht, haben Umweltexperten eine positive Zwischenbilanz des Masterplans 2050 gezogen: Seit 2015 sei vieles auf den Weg gebracht worden. 

Im ostfriesischen Leer tagten am vergangen Freitag rund 160 Experten aus verschiedenen Ländern, um über die Vereinbarkeit von wirtschaftlicher Nutzung und Naturschutzbelangen zu diskutieren. 

Schlick ist das Problem

Ein für den Sommer geplanter Test zur Gezeitensteuerung mit dem Emssperrwerk in Gandersum soll nun helfen, das Hauptproblem der Verschlickung zu lösen. Gewässer-Expertin Claus vom WWF erklärte dazu: "Entscheidend ist die Sanierung des Schlick- und damit des Sauerstoffhaushalts der Ems." 

In der Vergangenheit habe es dazu Verzögerungen gegeben. Aus dem Versuch im Sommer ließen sich aber Rückschlüsse daraus ziehen, wie wirksam die Tidesteuerung mit Hilfe des Sperrwerks erfolgen könne. 

Mit jeder Flut wird mehr Schlick in die Ems gedrückt, als mit der Ebbe heraustransportiert wird. Das sorgt für gravierende Ökoprobleme, weil mit dem hohen Schlickanteil der Sauerstoffgehalt im Flusswasser zu gering ist. 

Weitere Renaturierungsmaßnahmen

Auch bei der Planung von Poldern am Flussrand gebe es Fortschritte. 530 Hektar Fläche sollen wieder ans Tidegeschehen des Flusses angebunden werden. So werden gezeitentypische Lebensräume für Tiere und Pflanzen geschaffen. Der erste Polder bei Coldemüntje werde vermutlich im Jahr 2022 umgesetzt.  

Auch andere Renaturierungsmaßnahmen seien bereits umgesetzt worden, so der Bund für Umwelt- und Naturschutz Niedersachsen (BUND). Beispielsweise wurden Siele und Schleusen von Nebenflüssen für Fischwanderungen durchgängiger gemacht. 

Der Masterplan Ems 2050 entstand im Frühjahr 2015 bei einem Zusammenschluss von Bund, Land, drei Umweltverbänden, den Landkreisen Emsland und Leer sowie der Meyer Werft. Vorbild seien die Renaturierungsmaßnahmen an der Schelde in Belgien gewesen. Dort habe man Schifffahrt, Naturschutz  und Hochwasserschutz in einem Konzept zusammengebracht.

Mit Material von dpa

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