Ein Strand voller Algen und Kitesurfer im Hintergrund.
Ellen Hartmann | am

Ökologischer Dünger mit Algen-Power

Das Emdener Ökowerk forscht an Algen und hat einen Bio-Dünger aus Blasentang hergestellt. In Zukunft könnte dieser Nährstoff vor allem in der Landwirtschaft eingesetzt werden und Umweltprobleme lösen.

Vom sogenannten Teek sind besonders Küstenschützerinnen und Küstenschützer nicht gerade begeistert. Gerade bei Sturmfluten wird das Treibgut an Stränden und Deichen angespült und oft als unliebsames Mitbringsel angesehen. Laut Niedersächsischem Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) werden pro Jahr circa 20.000 Kubikmeter Teek von den Deichen gesäubert.

Bio-Dünger der Zukunft?

Einer der vom Teek nicht genug bekomme kann, ist der Emdener Gerhard van Hoorn. Gerade der im Teek enthaltene Blasentang hat es ihm angetan. Gemeinsam mit seinen Kollegen vom Emder Ökowerk hat er aus der olivgrünen Alge und anderen Pflanzen einen Nährstoff hergestellt, der irgendwann als Bio-Dünger genutzt werden könnte. "Aus einer Tonne Blasentang entstehen am Ende 100 Kilogramm Puder für den Dünger", so van Hoorn. "Das meiste ist Wasser."

Mittel gegen Versalzung der Küstengebiete

Die Algenforschung gehört dabei zu einem von der EU geförderten Projekt namens "Saline Farming". Ziel des Forschungsprojekts ist es, einen Weg zu finden, wie in der Landwirtschaft salztolerante Pflanzen angebaut und verarbeitet werden können. Das ist, aufgrund des Klimawandels, gerade für die Küstenregionen und Ostfriesland wichtig. Denn sollte der Meeresspiegel weiter steigen, entsteht auch mehr Wasserdruck und küstennahe Gebiete könnten versalzen.

Vermarktung eher schwierig

Pur kann der Blasentang jedoch nicht auf den Feldern ausgebracht werden, er würde den Böden nicht bekommen und Schäden anrichten. Daher setzt van Hoorn auf eine geheime Mischung aus dem Tang und anderen Pflanzen. Ein Problem sieht der Experte aber in der Vermarktung: "Noch haben wir keine Antwort auf die Frage, wie wir die Produktionskosten so gestalten können, dass sie auch zu der Nachfrage am Markt passen." Allein die Trocknung des Tangs sei sehr aufwändig und verursache hohe Stromkosten.

Landwirte testen bereits

Henrik Freeksen ist Landwirt in Emden und hat van Hoorns Bio-Dünger schon ausprobiert: "Wir sehen schon, dass der Dünger etwas bringt." Bisher hat Freeksen seine Felder mit Festmist gedüngt, die Algen sieht er aber als gute Alternative. Im Sommer ist daher eine Testreihe mit dem Algen-Dünger geplant.

Mit Material von dpa
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