Krabben-Krabbenpulen-Ostfriesland
Anne-Maria Revermann | am

Ostfriesin erfindet Methode zum Krabbenpulen

Eine Ostfriesin hat ein Verfahren entwickelt, dass das Krabbenpulen revolutionieren soll. Durch ihre Erfindung soll der Weg der Nordseekrabben nach Marokko eingespart werden.

Christin Klever aus Großheide im Landkreis Aurich hat eine Methode erfunden, die das lästige Krabbenpulen per Hand ersetzen soll. Die 33-jährige fand heraus, dass der Chitin-Panzer der Krabben ähnlich aufgebaut ist wie ein Nierenstein. Diesen zertrümmert der Arzt per Ultraschall. Genau das funktioniere auch bei einem Krabbenpanzer.

In Versuchen habe die Ultraschall-Methode schon einwandfrei funktioniert. Dabei schwimmen die gekochten Krabben im Wasser. Durch den Druck des Ultraschalls verlieren sie nach etwa sieben Minuten ihren Panzer, ohne dass das Fleisch dabei beschädigt wird.

Zehn Kilo Krabben in einer Stunde

Die Maschine für die Versuche hat die Ostfriesin selbst gebaut. Jetzt verhandelt sie mit der Industrie, die Christin Klevers Idee zur Serienreife führen soll. Ihre Methode hat sich die Maschinenbaustudentin gleich patentieren lassen. Ein Prototyp für kleine Mengen soll nun gebaut werden und bis Ende des Jahres eine große Maschine.

"Wenn man an Marokko denkt, schafft eine Schälerin am Tag zehn Kilo und wir möchten diese zehn Kilo in der Stunde schaffen", sagt die 33-jährige Erfinderin.

Nordseekrabben in Marokko gepult

Im Durchschnitt gibt es in Deutschland rund 12.000 Tonnen Nordseegarnelen pro Jahr. Nach Angaben der Landwirtschaftskammer Niedersachsen gehen davon mehr als 90 Prozent zum Pulen nach Marokko und in geringem Umfang nach Polen. Dann kommen sie wieder zurück.

Unter Umwelt- und Verbraucherschützern sorgen die Transportwege immer wieder für Kritik. Es wird von "Nachhaltigkeitsirrsinn" gesprochen, die Krabben in einem Tiefkühllaster um die halbe Welt zu fahren.

Mit Material von dpa, NDR
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