Deichlandschaft mit Pilsumer Leuchtturm
Ellen Hartmann | am

Ostfriesland: Deiche für Sturmflutsaison fit machen

Traditionell werden die niedersächsischen Deiche im Herbst bei Deichschauen auf ihre Sicherheit untersucht. Dabei kontrollieren Expertinnen und Experten, ob die Schutzdämme dem "Blanken Hans" im Winter gewachsen sind.

Derzeit nehmen Küstenschützer wieder die niedersächsischen Deiche unter die Lupe. Bei den sogenannten Deichschauen kontrollieren die Experten der Deichachten, der Deichverbände, der Kommunen und des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) den Zustand der Dämme. Die Deiche werden in Niedersachsen zum großen Teil von den 22 Hauptdeichverbänden erhalten. Bei den Kontrollen werden auch Schöpfwerke, Siele und weitere Küstenschutzbauwerke untersucht. 

Schäden dokumentieren und beheben

Im niedersächsischen Deichgesetz ist festgelegt, dass Deiche zwei Mal im Jahr kontrolliert werden müssen - nämlich im Frühjahr und im Herbst. Bei den Deichschauen werden dann Schäden dokumentiert und später behoben. Werden die Schutzdämme als abwehrfähig und sicher eingestuft, gelten sie als "schaufrei". Laut Johann Eckhoff, Leiter des Amtes für Wasserwirtschaft, seien die ersten Deiche im Landkreis Leer an den Flüssen Ems und Leda schon als schaufrei eingestuft worden. Hier habe die Witterung gut mitgespielt und der Grasbewuchs der Deiche sei optimal. Nach Angaben des NLWKN seien auch bereits erste Deiche auf den Insel begutachtet worden. 

640 Kilometer Hauptdeiche in Niedersachsen

Zwischen Ems und Elbe und auf den Ostfriesischen Inseln sorgen rund 640 Kilometer Hauptdeiche in Niedersachsen für den Küstenschutz. In dem gesamten Gebiet leben rund eine Million Menschen. Größte Bauprojekte in den Regionen sind momentan die Schutzdünenverstärkung und Sanierung des Westdeiches auf Norderney sowie Deichertüchtigungen in der Krummhörn und bei Bensersiel in Ostfriesland. Das Land Niedersachsen hat 2020 rund 66,4 Millionen Euro in den Küstenschutz investiert. 

 

Mit Material von dpa

Olaf Lies zu Besuch in der Krummhörn

An der Deichbaustelle in der Krummhörn im Landkreis Aurich war heute (6. Oktober) auch Umweltminister Olaf Lies zu Besuch. Zwischen den Ortschaften Upleward und Manslagt wird der Deich auf 9,40 Meter über dem Meeresspiegel erhöht. Der Abschnitt hier steht kurz vor dem Abschluss, da die Deichlinie mit Beginn der Sturmflutsaison im Herbst wieder geschlossen sein muss. Lies erneuerte hier seine Forderung an den Bund, künftig mehr Geld für den Küstenschutz zur Verfügung zu stellen. "100 Millionen Euro pro Jahr müssen gesetzt sein", so Lies vor Ort. Aktuell werden pro Jahr rund 65 Millionen Euro für den Schutz der niedersächsischen Küste investiert. "Die Menschen hier haben noch nie so sicher hinter dem Deich gewohnt wie heute", sagte Alwin Brinkmann, Oberdeichrichter der Deichacht, zufrieden angesichts des anstehenden Abschlusses der Arbeiten. 

Mit Material von dpa
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