Strand auf Norderney
Janina Schuster | am

Ostfriesland: doch keine Ausnahmeregelung für die Inseln

Keine Ausnahmeregelung für die Inseln, heißt es seitens Ministerien und Inselvertretern. Das ist das Ergebnis der Gespräche über eine frühere Öffnung Ostfrieslands für den Tourismus.

"Es wird eine Pandemieverordnung geben, die für ganz Niedersachsen gilt, bei der es für die Inseln keine Ausnahmeregelung geben wird", sagte Langeoogs Bürgermeisterin Heike Horn nach einer Gesprächsrunde mit Gesundheitsministerin Daniela Behrens und Umweltminister Olaf Lies. Obwohl das vorgelegte Konzept für das Pilotprojekt als sehr gut erachtet wurde, einigte man sich darauf, Ostfriesland kein Vorrecht bei der Öffnung des Tourismus einzuräumen. Wie die Verordnung im Genauen aussieht, darüber berät die Landesregierung heute.

Konzept kam gut an

Doch umsonst waren die Planungen nicht: die geplanten Öffnungsschritte greife laut Horn auf zentrale Punkte des Konzepts zurück. Darunter eine umfassende Teststrategie und ein digitales Nachverfolgungssystem. Die Umsetzung erfolge zwar nicht eins zu eins, dennoch hatte Umweltminister Lies lobende Worte für das Konzept: "Ich bin überzeugt, dass sich ein ganz großer Teil davon, auch in der nächsten Verordnung schon wiederfindet und sicherlich auch in folgenden Verordnungen, die wir noch erarbeiten."

Worauf muss man sich bei einem geplanten Urlaub einstellen?

Das Konzept fokussiert sich vor allen Dingen auf Übernachtungsgäste und die Insulanerinnen und Insulaner. So sollen erstere bei Anreise einen negativen Corona-Test vorlegen, ansonsten ist die Einreise nicht möglich. Ein weiteres negatives Ergebnis macht dann die Nutzung der touristischen Angebote möglich, wie beispielsweise Essen in der Außengastronomie oder Freizeitangebote.

Tagesgäste sind vorerst nicht inbegriffen und sollen erst später wieder auf die Insel kommen dürfen. Das sei der zweite Schritt der Öffnungsphase, hieß es. Trotz aller Öffnungspläne, für den Tourismus ist es noch ein weiter Weg zum normalen Tagesgeschäft. Dehoga-Vizepräsidentin Birgit Kolb-Binder ist erleichtert, dass die Politik nun auch mit dem Tourismus plane. Gleichzeitig sei sie enttäuscht, dass die Branche nur ein Stück weit öffnen dürfte. "Es muss sich auch wirtschaftlich lohnen", sagte sie.

Mit dem Konzept unterscheiden sich die ostfriesischen Inseln nicht sonderlich von denen der Modellprojekte in Schleswig-Holstein. Das sorgt in Niedersachsen für Wehmut, sagt Göran Sell, Geschäftsführer der Marketinggesellschaft der Ostfriesischen Inseln. Er befürchtet eine Wettbewerbsverzerrung.

Mit Material von NDR
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