Schafherde auf dem Deich
Christel Grommel | am

Ostfriesland: Wolf reißt Schafherde

In Westoverledinge im Landkreis Leer bot sich einem Schäfer ein schreckliches Bild: Seine 150-köpfige Herde war von einem Wolf angegriffen worden.

Die Herde stand und lag verstreut auf der Wiese, einige Tiere saßen im Schlick fest. Ein Wolf war scheinbar in der Nacht auf die Koppel gelangt und hatte die Tiere gejagt. 

Der betroffene Schäfer, Hans-Josef Kemper, findet kaum Worte: "Sowas habe ich in meinem Leben noch nie gesehen. So ein Elend.“ Viele Tiere waren zur Ems geflüchtet und wurden dort zur leichten Beute, weil sie feststeckten oder ertranken. 

Kemper trieb die verbliebenen Tiere mit Hilfe der Feuerwehr zusammen. Ein Veterinärmediziner untersuchte die Schafe. Vorläufig ist die Bilanz: Neun Schafe und zwei Osterlämmer starben, zahlreiche Tiere hatten Verletzungen unterschiedlichster Art. Kemper geht aber davon aus, dass bis zu 30 Tiere verendet sind. Zudem könnten trächtige Tiere durch den Stress ihren Nachwuchs verlieren. 

Es wird stark vermutet, dass ein Wolf für den Übergriff verantwortlich ist, denn die Art der Verletzungen und die Fußspuren im Watt weisen darauf hin. Ein Fachmann des Wolfsmonitoring Niedersachsen war vor Ort, um die Spuren zu sichern und eine Untersuchung einzuleiten. DNA-Proben sollen endgültige Klarheit bringen.

Mit Material von NDR
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