Auf der Insel Borkum macht seit Jahren ein Rudel Damwild Ärger.
Ellen Hartmann | am

Streit um Damwild auf Borkum

Eigentlich sollen die Tiere auf der ostfriesischen Insel bestimmte Hölzer fressen, um die Verbuschung der Landschaft zu verhindern. Doch das funktioniert seit rund sechs Jahren nicht. Jetzt sorgt das Wild für weiteren Ärger.

Vor Jahren wurde das Damwild auf Anraten des Umweltministeriums zum Landschaftsschutz auf der Insel ausgesetzt – umgeben von einem Zaun. Allerdings taten die Tiere nicht, was sie sollten und sind somit seit rund sechs Jahren Streitthema zwischen dem Umwelt- und Landwirtschaftsministerium, dem Landkreis, der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer (NPV) und der örtlichen Jägerschaft. Um den Konflikt zu lösen, forderte das Umweltministerium die Borkumer Jäger dazu auf, das gesamte Damwild zu töten. Das stieß jedoch auf Gegenwind seitens der Jägerschaft. Eine Einigung war also nicht in Sicht. Bis jemand, plötzlich, das Gatter des Geheges öffnete. Seitdem laufen die Tiere frei über die Insel.

Rechtsstreit endet im Vergleich

Ein Rechtsstreit zwischen NPV und Jägerschaft endete daraufhin in einem Vergleich. "Da die Einfangaktion erfolglos war, hatte nach dem Beschluss des Oberverwaltungsgerichtes die zuständige Jagdbehörde einen Abschussplan zu erstellen, der das Ziel verfolgt, das Damwild von der Insel vollständig zu beseitigen", so Imke Zwoch von der Nationalparkverwaltung. Die Beseitigungspflicht stehe noch aus.

Jetzt gelten Jagdzeiten

Auf einer Videokonferenz, die ohne die Jagdpächter abgehalten wurde, wurden im Dezember vergangenen Jahres feste Jagdzeiten beschlossen. Demnach sollen männliches Damwild, Schmaltiere und Kälber ganzjährig bejagt werden dürfen. Für weibliches Damwild gelte eine Jagdzeit vom 1. September bis 15. März. Diese Regelung stößt bei den Jägern allerdings auf Unverständnis. Doch damit nicht genug: Während der Konferenz wurde auch beschlossen, dass jedes Damwild, das in diesem Jagdjahr erlegt werden solle, in einem Videobeweis der Jagdbehörde belegt werden müsse. Sollten die Jäger dem nicht nachkommen, werde ein Berufsjäger auf ihre Kosten engagiert.

Darüber hinaus sollen die Tiere per Drohne und Wärmebildkamera gezählt werden - damit sind auch die Jäger einverstanden. 

Mit Material von jagderleben
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