Deich mit Ausblick auf das Meer
Janina Schuster | am

Wissenschaft: Küstenschutzmaßnahmen aus dem Reallabor

Wie können wir Niedersachsens Küsten mithilfe der Natur besser schützen? Diese Frage stellen sich Wissenschaftler von drei Universitäten in Zusammenarbeit mit Verbänden, Behörden und Küstenbewohnern.

Im Verbundprojekt "Gute Küste Niedersachsen" arbeiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in drei Experimentiergebieten. Die sogenannten Reallabore befinden sich rund um die Insel Spiekeroog, bei Neßmersiel im Kreis Aurich und auf der Halbinsel Butjadingen. Das Ziel des Forschungsprojektes: Küstenschutz mehr in Einklang mit der Natur bringen. Denn bisher schützen massive Bauten die 750 Kilometer lange Küstenlinie in Niedersachsen. Das soll sich ändern, denn was sich für den Küstenschutz als effizient bewährt hat, bietet für die Natur kaum Mehrwert.

Küstenschutzmaßnahmen auf Probe

Ausgerichtet an den örtlichen Bedürfnissen entwickeln und prüfen die Forscher Küstenschutzmaßnahmen, die sowohl die Natur als auch das Wattenmeer mit einbeziehen. Dafür findet ein reger Austausch zwischen Meeresforschern, Ingenieuren und Sozialwissenschaftlern der Universitäten Hannover, Braunschweig und Oldenburg, sowie Deichverbänden, Küstenschützern und der Bevölkerung statt. So wird nach Küstenschutz-Elementen gesucht, die die Natur von sich aus bereit hält. Die Wissenschaftler nennen das ökosystembasierten Küstenschutz.

Natur soll zur Ökosystemleistung beitragen

"Wir wollen herausfinden, wie wir die Natur beim Küstenschutz stärker berücksichtigen können, und zwar so, dass sie auch zur Ökosystemleistung beiträgt", erklärt Torsten Schlurmann, Leiter des Ludwig-Franzius-Instituts für Wasserbau, Ästuar- und Küsteningenieurwesen an der Universität Hannover. Unter anderem wird untersucht, wie die Salzwiesengewinnung vor den Deichen Strömungen beeinflussen kann. Dabei wollen die Forscher auch herausfinden, wie die Entwicklung neuer Grassaaten zur Deichfestigkeit und gleichzeitig zum Artenschutz beitragen kann. Schlurmann ist überzeugt: "Die intakte Natur kann im Küstenschutz etwas leisten. Die Leitfrage, die wir uns zusammen gestellt haben, ist: Was ist eine gute Küste?"

Mit Material von dpa
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