Wochenmärkte stellen Versorgung auf dem Land sicher
Janina Schuster | am

Wittmund: Mobiler Wochenmarkt durch Corona sehr beliebt

Alfred Iken ist mit seinem "rollenden Wochenmarkt" in den Dörfern im Kreis Wittmund unterwegs und bietet eine gute Alternative zum Supermarkt. Gerade jetzt in der Corona-Zeit ist sein Angebot sehr beliebt.

"Nun kommen auch junge Leute zu uns, das kannten wir vorher gar nicht", so Alfred Iken. So beliebt der Markt heute in den elf angefahrenen Dörfern des Kreises ist, so schwer war es anfangs ihn zu etablieren. An manchen Orten seien sie einfach nicht angekommen, sagt Iken weiter. 2017 nutzte er Mittel des Bundesprogramms "Land(auf)schwung" und schloss sich mit anderen Händlern zusammen, um den Wochenmarkt auf die Räder zu kriegen.

Mobile Händler füllen Versorgungslücken auf dem Markt

"Für die selbständigen Kaufleute müssen sich die Routen der mobilen Händler auch lohnen", sagt Christian Böttcher vom Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH). "Grundsätzlich ist die Lebensmittelversorgung in Deutschland gut. Gerade im ländlichen Raum können die mobilen Händler aber eine Versorgungslücke füllen." Obwohl es hierzulande immer weniger Wochenmärkte gäbe, erfuhren sie während der Corona-Pandemie einen Aufschwung, der sich auch bei Alfred Iken bemerkbar macht. "Wir zählen sicher zu den Gewinnern", sagt er, wobei er sich mit der Bezeichnung "Gewinner" nur schwer anfreunden möchte, hatte die Pandemie drastische Folgen für so viele. In den vergangenen Monaten habe der Umsatz zwischen 25 und 33 Prozent zugelegt, sagt er. 

Treffpunkt, Nahversorger und Zuhörer in einem

Es geht jedoch nicht nur um die Versorgung jener, für die der Supermarkt zu weit entfernt oder zu voll ist. Alfred Iken weiß, was so manches mal wesentlich wichtiger ist: ein offenes Ohr. Während des Einkaufs wechsele man immer wieder Neuigkeiten aus. "Ein bisschen sind wir auch Seelsorger", sagt er dazu. "Oft ist schon gut, dass man einfach nur zuhört. Das gehört genauso dazu, wie fünf Zwiebeln zu verkaufen." 

Toilettenpapier besonders gefragt

Neben dem Wunsch nach Regionalität wurde während der Pandemie klar, was besonders benötigt wurde. So nahm er Toilettenpapier ins Sortiment auf, das jedoch auch vor Corona schon gefragt war. "Die Leute haben nicht mal die Chance, in ihrem eigenen Dorf so ein billiges Toilettenpapier zu besorgen, was wir eigentlich ja alltäglich brauchen", erklärt Iken. Allein daran sei die Not der ländlichen Versorgung abzulesen. 

Mit Material von dpa
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