Pferdemist auf einer Mistgabel

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Thomas Fuchs | am

Pferdemist bei der Fuchsjagd einsetzen

Wer seine Luderplätze und Fallen günstig platziert und mit Pferdemist interessanter macht, erhöht die Lockwirkung.

Für die einen sind sie ein Kostenfaktor, für andere willkommener Dünger, ein umweltfreundlicher Energielieferant oder schlicht Abfall. Die Rede ist von Exkrementen von Pferden – niederdeutsch „Pferdeäppel“ oder bayerisch „Rossknödeln“. Die Form der Kotballen wird im Mastdarm der Pferde erzeugt. In dessen Wand befinden sich bauchige Taschen, die von festen schmalen Muskelstreifen – sogenannten Tänien – unterbrochen werden. Ziehen sich diese Tänien zusammen, schnüren sie die Ballen ab und es entsteht deren typische Form.

Vermischt mit Urin und der Boxeneinstreu aus Stroh, ergeben die Pferdeäpfel dann Pferdemist. Dieser hat für den Luderplatz gegenüber Mist von Rind oder Kuh einen Vorteil, denn Mist von Pferden ist vergleichsweise trocken und friert im Winter weniger zusammen. Bakterien und Mikroorganismen erzeugen beim Abbau des Pferdemists zudem Wärme. So bleibt das Luder auch bei Frost für den Fuchs erreichbar.

Leckereien für Reineke lassen sich gut im Mist verstecken

Für Jäger ist Pferdemist ein gutes Lockmittel, um die roten Räuber anzulocken. Der Grund: Füchse kennen Misthaufen von Bauernhöfen her und wissen, dass dort so manche Leckerei oder Interessantes zu finden gibt. So kann man im Mist wunderbar Brocken von Innereien erlegter Stücke oder Fleisch von Fallwild – außer Schwarzwild – verstecken und auf diese Weise damit Raubwild anludern. Gut funktionieren auch die Reste von Tauben, Enten oder Krähen, wenn der Jäger zuvor für sich deren Brüste entnommen hat. Neben Luderfleisch von Schwarzwild verbieten sich auch Fleisch von toten Haus- oder Nutztieren sowie Schlachtabfälle. Sie sind separat zu entsorgen.

Regelmäßig, aber nur nicht zu viel ludern

Generell gilt: Das Raubwild soll sich am Luderplatz nicht satt fressen! Vielmehr soll es immer, wenn es diesen revidiert, etwas Leckeres finden. Deshalb wird grundsätzlich ganzjährig und in kurzen Intervallen geludert. Wenn nötig, sogar täglich. Wenn immer etwas da ist, haben im Frühsommer auch die Jungfüchse die Plätze schon gezeigt bekommen. Kommen sie zum Beginn der Jagdzeit dorthin und man schießt sie weg, entlastet man das Niederwild im Revier frühzeitig und nachhaltig.

Kippt man den Mist einfach auf den Boden, verbreiten ihn Füchse – und gern auch Greife, Krähen oder Kolkraben – auf der Suche nach Fressbarem, sodass man ihn jedes Mal neu zusammenharken muss. Einige Autoren regen deshalb an, dass der Luderplatz auf etwa 15 Quadratmeter spatentief ausgeschachtet wird und die dabei entstehende Grube mit Mist gefüllt wird. Ob die Grube nun 3m x 3m groß ist, 4m x 4m oder 5m x 5m, ist sicher nicht entscheidend. Wichtig ist eher, dass der Mist eine seitliche Begrenzung hat und nicht so leicht verstreut werden kann. Notfalls funktioniert auch eine tiefe Treckerfahrspur.

Pferdeäpfel im Sand

Kirrbrocken verteilen

In den Mist hinein werden dann auf mehreren Quadratmetern verteilt ein paar Kirrbrocken gegeben und etwa zehn bis 15 Zentimeter eingegraben. Je nach Größe des Luderplatzes drei bis vier oder sechs bis acht Brocken. Es reicht völlig, wenn sie die Größe eines halben Daumens haben. Sie im Mist zu verstecken, bietet Vorteile: das Luder wird von Krähen nicht gleich entdeckt und ausgegraben. Fliegen finden es nicht sofort und können keine Eier daran ablegen. Dies ist insofern wichtig, weil gammeliges Fleisch, auf dem sich Maden winden, den Fuchs genauso wenig an einen Luderplatz bindet, wie Aaskäfer auf dem Luder.

Und genau darum geht es: Den Fuchs zu animieren, dass er die einzelnen Brocken gezielt sucht und sich damit möglichst lange beschäftigt. Dies verschafft dem Jäger mehr Zeit für einen sicheren Schuss. Deshalb bietet sich der Ansitz am Luderplatz insbesondere auch für Jungjäger an, die noch nicht viel Erfahrung haben. Wichtig ist nur, dass der Schütze nichts überstürzt.

Vorteile von Mist bei der Fangjagd

  • Lockwirkung durch den Geruch für Raubwild.
  • Die menschliche Wittrung wird vom Mistgeruch überdeckt.
  • Die Falle wird getarnt und so vor neugierigen Blicken geschützt.
  • Der Mist kann mit Luder bestückt werden.
  • Der Mist lockt Mäuse an – deren Geruch wiederum lockt Raubwild zusätzlich an.
  • Pferdemist friert nicht fest und kann nahezu jederzeit leicht entfernt werden.
Zwei Landwirte vor Biogasanlage

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