Pilze im Korb
Janina Schuster | am

Pilze sammeln im Herbst: Expertentipps für Anfänger

Im goldenen Oktober durch die Wälder streifen und Pilze sammeln. Klingt nach einer guten Idee? Unbedingt, aber bitte vorbereitet. Experte Norbert Genz verrät, wie der Ausflug gelingen kann.

Der Oktober ist die Pilz-Zeit schlechthin. Zwar wachsen sie das ganze Jahr hinüber, doch richtig gut ernten kann man die Gewächse vor allen Dingen im Herbst. Viel zu oft gehen Pilz-Anfänger in den Wald und bringen sich in Gefahr, wenn sie die gefährlichen Doppelgänger von Champignon und Pfifferling mitnehmen. Pilzexperte Norbert Genz möchte das vermeiden und gibt regelmäßig Kurse für Anfänger und Fortgeschrittene. "Viele Pilze sind sich auf den ersten und manchmal auch noch auf den zweiten Blick zum Verwechseln ähnlich", sagt Genz und warnt vor leichtfertiger Vorgehensweise.

Ein guter Anfängerpilz: der Röhrling

Genz empfiehlt für den Anfang den gut erkennbaren Röhrling. Viele leckeren Speisepilze haben in der Regel einen Doppelgänger, der schwere Vergiftungserscheinungen hervorrufen kann. Mit dem Röhrling ist man erst Mal gut bedient. Genz rät, sich auf wenige Pilzsorten zu konzentrieren, die man "aus dem Effeff" kennt und das Wissen dann langsam auszubauen. Neben dem Röhrling empfiehlt er auch den Stein- und den Butterpilz sowie den Rotfuß- und den Hexenröhrling.

Im Zweifel Pilze stehen lassen

Ganz ohne Doppelgänger kommen auch diese Pilze nicht aus. Der Bitterling sieht dem Steinpilz vor allen Dingen in der frühen Wachstumsphase zum Verwechseln ähnlich. Deutliche Unterschiede zum verzehrbaren Pendant seien im Geruch und Geschmack zu finden. Genz rät, den Pilz im Zweifel einfach stehen zu lassen. Zur zweifelsfreien Bestimmung empfiehlt der Experte, die Pilze mit der Knolle herauszudrehen, statt sie am Stiehl abzuschneiden. So seien einige giftige Pilze deutlich leichter von ihren essbaren Kollegen zu unterscheiden. So auch beim Knollenblätterpilz und den Champignon. "Aber das sind Lamellenpilze, die aufgrund ihrer Vielzahl gute Grundkenntnisse und Fachwissen erfordern."

Apps zur Pilzbestimmung oft fehlerhaft

Auch wenn sie noch so praktisch erscheinen, von digitalen Apps zur Pilzbestimmung rät der Experte ab. "Die Fotos sind oft trügerisch", warnt Genz. Mitunter stimmten oft die Farben nicht und den Bildern fehle so jegliche Aussagekraft. Fotos eines bestimmten Pilzes ließen nicht selten Rückschlüsse auf mehrere, sehr unterschiedliche Pilzsorten zu. Das kann schnell gefährlich werden. Mit einem klassischen, botanischen Bestimmungsbuch sei man hingegen deutlich besser bedient. Die detailgetreuen Skizzen liefern die nötigen Hintergrundinformationen. "Noch besser ist das Sammeln unter fachkundiger Anleitung in freier Natur", betont Genz.

Wie bereitet man Pilze richtig zu?

Wer im Wald Pilze sammelt, sollte auch nur so viele mitnehmen, wie verzehrt werden können. " Man rechnet pro Mahlzeit und Kopf 250 bis 300 Gramm Pilze", erklärt Genz. Die Zubereitung sollte schnell erfolgen, verderben die Waldpilze ausgesprochen schnell. Der Experte rät, die Waldernte sorgfältig zu putzen, bei großer Hitze anzubraten und 15 bis 20 Minuten durchzugaren. „Die angestrebte Kerntemperatur liegt bei mindestens 70 Grad.“ Durchgegarte Pilze sind leichter verdaulich und die Hitze zerstört sowohl manche Giftstoffe als auch etwaige Parasiten und Larven.

Mit Material von RND
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