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#platterfreitag: Wenn Plattdeutsch die sozialen Netzwerke erobert

Unter #platterfreitag schnacken und schrieven de Lüe freitags in sozialen Netzwerken auf Plattdeutsch. Warum sie das tun.

Da kümmt des wech

PLattdeutscher Spruch in weißer Handschrift auf dunkelgrünem Untergrund.

Es begann in der Küche von Julia Nissen in Schleswig-Holstein, auf dem Herd blubbert der Schüüsch. Julia ist über die Länder besser bekannt als Deichdeern. Unter diesem Synonym bloggt sie über Landwirtschaft, Landleben und de Lüe up dem Land. Noch bekannter sind allerdings ihre guten Ideen, so wie den platten Freitag auf Instagram.

Die Deichdeern selbst ist über ihre Großeltern ins platte Schnacken gekommen. Sie erzählt auf ihrem Blog von einem Büttenwarder-Altbauern, der der achtjährigen Julia den Tipp gab, das Plattschnacken lieber sein zu lassen, wenn sie es nicht richtig könne.

Erst während des Studiums im Auslandssemester in Paraguay brachte sie ihr Plattdeutsch wieder auf die Beine. Die Nationalsprache der dort ansässigen Mennoniten, ursprünglich aus dem holländischen Friesland stammend, ist nämlich Plattdeutsch.

"Wisst ihr, mit dem Plattdeutschen ist das wie mit der Ernährung. Jeder hält seine Art und Weise für das Richtige. Die Wahrheit ist aber, es gibt kein richtig oder falsch. Man macht es nur anders als der andere." , zieht Julia als Fazit und rief auf zum unbekümmerten Ückern auf Instagram, während sie in der Küche Gemüsesuppe zubereitete.

Proten is good koop

Über Schleswig-Holstein aus verbreitete sich der Hashtag #platterfreitag über ganz Norddeutschland und vor allem auch in Niedersachsen.

Allen voran Keno Veith, allen Lohnunternehmern und Instagrammern bekannt unter "de schwatten ostfrees jung" .  Aber auch der Buur Decker  oder der Testfriese  sind bekannte Gesichter in den sozialen Netzwerken, wenn man sich freitags lössbannig auf plattdeutsch austauschen möchte.

In der Landwirtschaft kommt das Platt meist so selbstverständlich über die Lippen wie die Weide in die Kuh. Von Muttersprachlern kann man dann sehr gut lernen. Kiekt dafür freitags doch mal bei den Brokser Sauen, der Landwirtin Sara Collie oder der Ostfriesin Neele vorbei. Die schnacken in ihren Storys über dit un dat. 

Natürlich ist die LAND & FORST och daarbi.

Beten scheef hett Gott leev

Bi modig. Handy raus und schnacken, über dit und dat op platt. Dann noch #platterfreitag , #plattefriedach oder #plattefredag dazu als Verschlagwortung. 

Wem das jetzt alles zu viel Gesabbel ist, der kann auch einfach auf Plattdeutsch singen. Benita Brunnter und Timo haben unter dem Hashtag #platterfreitagsongs den Anfang gemacht. Sie rappen auf der Melodie von "Die Da" von den Fantastischen Vier ihr eigenes Platt-Gedicht. Bei der Geschwindigkeit muss man sich über Fehler dann auch keine Gedanken mehr machen. 

Preis für plattdeutsche Musik

Die Stadt Bad Bevensen verleiht seit 1985 einen Preis für besondere Leistungen auf dem Gebiet vokaler und instrumentaler Gestaltung niederdeutscher Texte.

Dieser Preis wird auch 2020 wieder verliehen und mit 2.000 Euro Preisgeld dotiert. Mitmachen können sowohl Gruppen, als auch einzelne Musiker. Wer mitmachen möchte, schickt eine Demo-CD und einen kurzen schriftlichen Überblick über die bisherigen Aktivitäten im Plattdeutschen an die Stadt Bad Bevensen an Herrn Andreas Berlich, Lindenstr. 12 in 29549 Bad Bevensen. Der Einsendeschluss ist der 31. März 2020.

Die Preisübergabe findet dann im Rahmen der 73. Bevensen-Tagung (18. und 19. September) statt.

Weitere Informationen finden Sie unter www.bevensen-tagung.de.

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