Striegel auf dem Acker
Werner Raupert | am

Praktikertipps beim Fachforum Ökolandbau in Hannover

Der Ökoanbau nimmt in Niedersachsen stetig zu. Das Fachforum Ökolandbau in Hannover bietet jede Menge neuer Tipps für Praktiker.

Von der Vermarktung bis zum Blindstriegeln, vom Klimawandel bis zur Fruchtartenwahl: Das Fachforum Ökolandbau in Hannover-Altwarmbüchen ist für Niedersachsens Biolandwirte stets ein ertragreicher Termin.

Nachfolgend die Veranstaltungsergebnisse in Kurzform und zwei Praktikerstimmen

10 % mehr Ökolandbaufläche in Niedersachsen

  • Die ökologisch bewirtschaftete Fläche Niedersachsens ist in 2019 zwar um etwa 10 % auf nun 110.000 ha gestiegen. Das Bundesland hinkt jedoch mit knapp 5 % immer noch dem bundesweiten Durchschnitt mit 10 % Öko-Anteil hinterher.
  • Die Vermarktung und Verarbeitung der Produkte bedenken.
  • Der Klimawandel trifft auch Ökobauern. Daher sollten Sie sich auch mit Strategien zur Vermeidung von Hitze- und Trockenstress beschäftigen.
  • Fruchtarten sollten geschickt ausgewählt werden.
  • Hafer kennt kaum Trockenstress.
  • Ackerbohnen sind weniger geeignet für Trockenstandorte.
  • Schmalblättrige Lupine gilt als guter Gemengepartner im Feldfutterbau.
  • Sojabohne kommt auch mit weniger Wasser aus.
  • Zuckerrüben eignen sich nur bedingt zum Striegeln.
  • Ab dem 4-Blattstadium ist Striegeln weniger risikoreich.

Biobauer Matthes: Entscheidend ist Wirtschaftlichkeit

Friedhelm Matthes

Friedhelm Matthes bewirtschaftet in Cuxhaven-Hemmoor einen 130 ha großen Demeter-Betrieb mit 120 Milchkühen. Er ist regelmäßiger Gast des Fachforums: "Es ist ein spannender Ansatz, die ökologische Leistung der Biobetriebe geldlich zu erfassen. Umstiegswilligen Betriebsleitern rat ich, nicht zu blauäugig an diese Herausforderung heranzugehen. Entscheidend ist immer die Wirtschaftlichkeit. Das bedeutet aber auch, dass der Absatz der Ökoprodukte im Vorfeld klar geregelt sein muss."

Biolandwirt Kappel: Die Ergebnisse passen

Michael Kappel

Michael Kappel bewirtschaftet einen 120 ha großen Betrieb in Dörverden-Westen. Er hat zwei Jahre überlegt, bevor er 2017 den Entschluss getroffen hat, auf Bio umzustellen. "Ausschlaggebend war für mich in erster Linie, dass ich keine Perspektive mehr im konventionellen Wirtschaften sah. Auch die Gesundheit hat mir frühzeitig engere Grenzen gesetzt. Aufgrund der hohen Auflagen hätte ich meinen alten Stall für damals 180 Sauen umfänglich und für hohe Kosten umbauen müssen. Heute mästet ich mit einem Partner etwa 2.000 Bio-Mastschweine pro Jahr in einem Gebäude, das wir mit nur geringem Umfang umgebaut haben. Das entspricht etwa 800 Mastplätzen."

Zurzeit befindet sich der Gemischt-Betrieb im dritten Jahr der Umstellungsphase. Diese für viele Betriebe schwierige Zeit hat der 47-jährige Landwirt ohne große finanziellen Einbußen und ohne Hilfen von Banken überstanden. Letztere wollten ihn in der Umstellungsphase nicht unterstützen. "Die Ergebnisse passen dennoch, auch weil ich mein Getreide und den Mais nicht zu Minderpreisen verkaufen muss, sondern durch meine Tiere veredeln kann."

Mehr zum Fachforum Ökolandbau in Hannover lesen Sie in der LAND & FORST 48/19.

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