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Kristina Wienand | am

Rasendünger - so wird der Rasen richtig gedüngt

Ein satt-grüner dichter Rasen – darauf sind Gartenbesitzer im Sommer stolz. Durch richtiges Düngen wird jetzt eine optimale Basis geschaffen.

Die ersten Krokusse sprießen aus dem Boden und viele Gartenbesitzer sehen sich gedanklich schon bei Sonnenschein barfuß über ihren Rasen laufen. Damit Sie sich dann nicht über Moos, Unkraut, gelbe dünne Halme oder kahle Stellen ärgern müssen, können Sie jetzt vorsorgen. Wir geben Ihnen Tipps zum optimalen Düngen.

Nährstoffe, die der Rasen braucht

Eine gesunde Rasenfläche benötigt verschiedene Nähstoffe. Denn dort, wo Pflanzen wachsen, entziehen sie dem Boden Nährstoffe, die dann zum Beispiel mit Hilfe von Dünger wieder hinzugefügt werden können.

Rasen braucht unter anderem Stickstoff, Kalium, Phosphor und Magnesium. Diese Stoffe sind in gängigen Rasendüngern enthalten. In welcher Zusammensetzung, steht meist auf der Verpackung.

Ein idealer Zeitpunkt, um den Zierrasen im eigenen Garten zum ersten Mal zu düngen, ist Ende März bis Anfang April. Experten raten zu einem zweiten Düngen im Juli oder spätestens im Herbst, je nach Zustand der Rasenfläche.

Tipp: Ihr Rasen sollte immer spätestens dann gedüngt werden, wenn er sich gelb bis braun verfärbt. Das ist ein konkretes Anzeichen für Nährstoffmangel. Außerdem kann viel Moos – an nicht schattigen Plätzen – ein Anzeichen für fehlenden Stickstoff im Boden sein.

Der Boden ist der Schlüssel

Um herauszufinden, was der eigene Rasen braucht, lohnt sich zunächst ein Blick auf den Boden, auf dem er wächst. Es gibt eher sandige und eher lehmige Böden und sie haben unterschiedliche Nährstoffreserven. Wer es ganz genau wissen möchte, kann eine Bodenprobe an die Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt (kurz LUFA) schicken.

Allgemein gilt: Leichte Böden (Sand) haben geringere Nährstoffreserven als schwere Böden (Lehm), deshalb werden leichte Böden im Frühjahr gedüngt. Bei schweren Böden reichen die Reserven nach dem Winter in der Regel für den ersten Austrieb des Rasens. Lehmige Böden können somit erst Ende Mai/Anfang Juni zum ersten Mal gedüngt werden. Rasenflächen auf Mischböden sollten Gartenbesitzer im späten Frühjahr (Ende April/Anfang Mai) einmal düngen.

Oft reicht es, wenn Rasen zwei Mal pro Jahr gedüngt wird. Denn Vorsicht: Man kann Rasen auch überdüngen. Maximal werden bei beanspruchten Rasenflächen vier Mal pro Jahr empfohlen.

Organischer oder mineralischer Dünger?

Um schnelle Ergebnisse zu erzielen, führt der Griff oft zu mineralischem Dünger wie etwa Stickstoffdünger oder Blaukorn. Solche Kunstdünger werden aus fossilen Mineralien oder synthetischen Stoffen gewonnen und wirken schnell. Allerdings lässt die Wirkung auch schnell nach, wenn die in der Düngerportion enthaltenen Nähstoffe aufgebraucht sind.

Organische Dünger wirken hingegen langfristiger und werden im Frühjahr deshalb etwa einen Monat früher angewendet. Ein Ausbringen ist je nach Wetter ab Ende Februar möglich und sinnvoll. Organische Dünger setzen ihre Nährstoffe langsamer, aber dafür über einen längeren Zeitraum hinweg frei, was natürlichen Prozessen nachempfunden ist.

Auch die Witterung spielt dabei eine Rolle: Wenn es friert, sehr trocken oder nass ist, werden keine oder wenige Nährstoffe aus dem organischen Dünger freigesetzt. Es kann bei feucht-warmem Wetter zwar zu sehr großen Nährstoffschüben kommen, überdüngen können Anwender mit organischen Düngern aber nicht.

Tipp: Für Insekten, Gartentiere und das Grundwasser sind organische Dünger nicht gefährlich.

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Vor dem Düngen

Vor dem Düngen sollte der Rasen gemäht werden: Auf 3 bis 3,5 Zentimeter. Im Sommer reichen 3 bis 5 Zentimeter. Wenn der Rasen zu kurz ist, kann er leicht von Unkräutern überwachsen werden. Gartenfreunde sollten auch das Laub von der Rasenfläche entfernen, bevor sie düngen. Auch für das Vertikutieren ist das Frühjahr ein guter Zeitpunkt.

Im Anschluss an diese Vorarbeiten kann gedüngt werden – entweder mit einem Düngerstreuer oder per Hand die auf der Packung angegebene Menge auf der entsprechenden Rasenfläche verteilen. Ideal ist es, abends zu düngen und wenn Regen bevorsteht. Wenn kein Niederschlag für die kommenden Tage nach der Düngung angesagt ist, sollte die Fläche gewässert werden.

Kalken – sinnvoll oder nicht? 

Mit Kalk können Gartenbesitzern ihrem Boden etwas Gutes tun, aber kalken sollte nicht voreilig und in Maßen geschehen. Es ist sinnvoll, Gartenkalk, den man im Garten- oder Baumarkt kaufen kann, zu verabreichen, wenn der Gartenboden dazu neigt, zu übersäuern. Ein Zeichen dafür ist ein niedriger PH-Wert. Um diesen festzustellen, nimmt man am besten ein PH-Wert-Test-Set aus dem Gartenfachhandel in die Hand.

Vor allem schwere (Lehm-) Böden neigen zum Übersäuern, weshalb der PH-Wert bei dieser Bodenart nicht unter 6,5 sinken sollte. Bei leichten (Sand-) Böden sollte der Wert nicht unter 5,5 liegen. Dann kann guten Gewissens Kalk ausgebracht werden.

Mit Material von LWK Niedersachsen, LWK Nordrhein-Westfalen, Plantura, Compo, Mein schöner Garten

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