Durch Feldmäuse geschädigtes Grünland
Christel Grommel | am

Ratgeber: Was können Landwirte gegen die Mäuseplage tun?

Die Lage in der Feldmausplage spitzt sich zu. Viele Grünlandbetriebe in Niedersachsen geraten in arge Bedrängnis. Einige Maßnahmen können helfen.

Schon im vergangenen Jahr waren die Schäden durch Feldmäuse ein großes Problem und führten zu Futterausfall. Normalerweise rechnet man mit einem natürlichen Zusammenbrechen der Population. Das ist allerdings bis heute noch nicht der Fall. Der wiederholt milde Winter hat zu einer Zunahme von geschädigten Flächen geführt.

In Gebieten mit großflächigen Schäden verschärft sich die angespannte Futterlage noch, weil bereits aufgrund der Trockenheit der letzten zwei Jahre erhebliche Einbußen zu verkraften sind. Die Winterfuttervorräte sind daher knapp und es muss schon jetzt Rauhfutter zugekauft werden.

Was können Landwirte gegen die Mäuseplage tun?

Bei akutem Feldmausbefall werden die langfristigen Erfolgschancen als gering beschrieben. Vor allem, weil eine Einwanderung von benachbarten Flächen immer wieder möglich ist. Zudem bleibt ein gewisser Prozentsatz der Mäuse auf der Fläche und die Vermehrungsrate ist hoch.

Man muss daher zwischen einer Akutbehandlung und vorbeugenden Maßnahmen unterscheiden.

Akutbehandlung

  • Chemische Bekämpfung: Hier ist der Spielraum gering. Breitflächiges Ausbringen von Rodentiziden ist nicht erlaubt. Diese Präparate müssen mit der Legeflinte verdeckt ausgebracht, also direkt in die Löcher hineingelegt werden. Das ist nur bei überschaubaren Flächen praktikabel.
  • Bodenbearbeitung: Für großräumige Plagegebiete sollte hier der Fokus liegen. Bodenbearbeitungstiefen von 20 bis 25 cm sind hilfreich, um Mäuse zu vertreiben. Hierfür kommen Pflug oder andere tiefer arbeitende Geräte in Frage. Kreiselegge, Spatenegge, Spatenmaschine oder der Grubber mit Gänsepflugschar kommen auch in Betracht. Wichtig: Der Grünlandumbruch ist genehmigungspflichtig.
  • Mit der Bodenbearbeitung sollte so schnell wie möglich begonnen werden, um die Nester zu zerstören. Kommen im Februar Frost- oder Nässeperioden, kann das die Mortalität der Mäuse forcieren.
  • Neuansaat oder Nachsaat: Diese erst durchführen, wenn die Mäuse weitestgehend bekämpft sind.

Vorbeugende Maßnahmen

Landwirt auf geschädigtem Grünland

Für alle Flächen mit geringem Befall oder bei einer Grünlanderneuerung ist viel Wert auf vorbeugende Maßnahmen zu legen. Die Einwanderung der Mäuse muss verhindert werden.

Um die Population klein zu halten, müssen Fressfeinde der Feldmäuse gefördert werden. Das können Sie tun:

  • Sitzstangen für Greifvögel aufstellen
  • Steinhaufen für Mauswiesel und Hermeline anlegen
  • Gespräche mit der Jägerschaft bzgl. verminderter Fuchsjagd führen
  • Randbereiche pflegen, um diese als Rückzugsort unattraktiv zu machen

Was kann zusätzlich getan werden?

Zusätzlich zu diesen biologischen Maßnahmen empfehlen wir folgende Vorbeugung:

  • Flächen regelmäßig prüfen: Bei neuem Befall im Vorgewende ist der Aufwand noch klein genug, um Giftweizen mit der Legeflinte auszulegen.
  • Pflege: Striegeln und Schleppen stört und vertreibt die Mäuse.
  • Beweidung: Auch dies vertreibt die Mäuse, der Tritt der Tiere stört die Feldmäuse.

Die Flächen können mit der Lochtret-Methode selbst kontrolliert werden. Dazu werden auf 250 qm alle Mauselöcher zugetreten und am Folgetag kontrolliert, wie viele Löcher die Mäuse wieder geöffnet haben. Sechs bis neun Löcher gelten als Schadensschwelle.

Wie ist die aktuelle Futtersituation?

Die Grundfuttermengen, die als Reserve für den Winter angelegt wurden, sind sehr überschaubar. Bei Import von Stroh, das zur Streckung des Futters genutzt wird, sollte auf die Herkunft geachtet werden, um eine Einschleppung von Erregern wie z. B. der ASP zu verhindern.  Gegenseitige Hilfe unter Landwirten über Grundfutterbörsen könnte helfen, die Lage beim Futter zu entspannen.

Die Landwirtschaftskammer hat eine Arbeitsgruppe zum Thema Mäuseplage einberufen. Diese soll Maßnahmen und Hilfeleistung erarbeiten.  

Mit Material von LWK Niedersachsen

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