Herkulesstaude an einer Straße.
Ellen Hartmann | am

Ratgeber: So erkennen Sie die Herkulesstaude

Mit ihren großen weißen Dolden sieht die Herkulesstaude (oder auch Riesenbärenklau genannt) wirklich schön aus. Doch aufgepasst: die Pflanze ist gefährlich und kann sehr starke Hautentzündungen verursachen. Wer die Pflanze entdeckt, sollte sie dringend melden. Hier ein paar Tipps.

Nach Angaben der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) kann die Herkulesstaude bis zu vier Meter hoch werden. Erkennen können Sie die Pflanze aber nicht nur an ihrer Größe, sondern auch an ihren 3-5-teilig zerschnittenen Blättern, die an der Unterseite behaart sind. Während der Hauptwachstumsphase können die Blätter inklusive Stängel eine Länge von bis zu zwei Metern erreichen. Der bis zu zehn Zentimeter dicke Stängel ist hohl, gefurcht und am unteren Ende sind oft weiße Flecken zu erkennen.

So erkennen Sie die Herkulesstaude:

Ein weiteres Merkmal der Pflanze sind die weißen Blütendolden, die einen Durchmesser von 50 Zentimeter erreichen können. Die Herkulesstaude/ der Riesenbärenklau verbreitet sich am schnellsten an Gewässern mit Überschwemmungsgebieten oder an Straßen, Autobahnen und Gleisen. Hier können sich die Samen durch die hohe Verwirbelung bestens ausbreiten. Eigentlich stammt die Pflanze aus dem Kaukasus und wurde in Deutschland im 19. Jahrhundert als Zierpflanze in Gärten angepflanzt. Die Pflanze gehört, wie Möhre und Petersilie, zur Gattung der Doldenblüter. Der große Blütenstand, der an einen Schirm erinnert, wird gerne von Bienen und anderen Insekten besucht. 

Stark giftig: Herkulespflanzen nicht berühren!

Im Saft des Riesenbärenklaus sind phototoxisch wirkende Furocumarine enthalten, die zu starken Hautentzündungen führen. Beim Abmähen und Ausgraben der Pflanze sollten Sie daher unbedingt vorsichtig sein. "Wenn die Haut nach der Benetzung mit Pflanzensaft der Sonneneinstrahlung ausgesetzt wird, entstehen Hautentzündungen", heißt es von der LWK weiter. Dabei kann es zu Juckreiz, Rötungen, Schwellungen und zur Blasenbildung der Haut kommen. Auch die Dämpfe des Saftes sind gefährlich, sie können unter anderem Übelkeit verursachen. Der Giftstoff Furocumarine bleibt auch in vertrockneten Stängeln, Blüten und Samen enthalten. Achtung: Manchmal wird die Reaktion der Haut erst nach zwei bis drei Tagen sichtbar und spürbar.

Zur Vernichtung der Pflanze hilft nur der Spaten, denn der Riesenbärenklau muss tief im Boden abgestochen werden. Zusätzlich muss der Wurzelkopf mit den Knospen abgetrennt werden, damit die Pflanze nicht mehr austreiben kann. 

Pflanzen den örtlichen Behörden melden

Wer den Riesenbärenklau/ die Herkulesstaude am Wegesrand entdeckt, sollte sich an den Eigentümer der Wiese oder des Weges wenden. Denn "wo die Gefahr besteht, dass sich Fahrradfahrer oder Fußgänger (insbesondere Kinder) verletzen könnten, haftet meistens der Eigentümer der Flächen für mögliche Schäden, die durch den Riesenbärenklau entstanden sind", sagt die LWK. Sind die Eigentumsverhältnisse ungeklärt, wenden Sie sich an die örtliche Polizei oder das Ordnungsamt. Auch beider Unteren Landespflegebehörde, dem Bund für Umwelt und Naturschutz oder der Landwirtschaftskammer Niedersachsen können Fälle gemeldet werden. 

Herkulesstaude: Nicht zu verwechseln mit dem Wiesenbärenklau

Übrigens ist die Herkulesstaude mit dem heimischen Wiesenbärenklau verwandt und sieht der eher ungefährlichen Pflanze zum verwechseln ähnlich. Im Gegensatz zum Riesenbärenklau hat der Wiesenbärenklau keine Flecken an den Stängeln. Auch ist der Wiesenbärenklau wesentlich kleiner. Zusätzlich sind Hautentzündungen durch den Wiesenbärenklau-Saft eher gering. Eine Bekämpfung mit Herbiziden auf Nichtkulturland darf nur mit einer Ausnahmegenehmigung geschehen. 

Mit Material von LWK und gartenfreunde.de
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