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Laura Schneider | am

Gefahr im Harz: Höheres Risiko für Waldbrände nach Dürrejahren

Der Klimawandel zeigt im Harz bereits deutliche Folgen. Große Mengen Totholz und trockene Böden erhöhen die Waldbrandgefahr.

Die Göttinger Forscherin Bettina Kietz befürchtet wegen des Klimawandels im Harz eine größere Gefahr für katastrophale Waldbrände. Nach den Dürrejahren 2018 und 2019 seien ungewöhnlich viele Bäume abgestorben. Diese könnten „wie Zunder brennen“, warnte die Forstwissenschaftlerin der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK).

Zudem sei durch die Trockenheit der vergangenen Jahre ein Wasserdefizit im Boden entstanden. Dieses sei nach wie vor nicht ausgeglichen und der Boden so trocken, dass die Waldbrandgefahr in diesem Jahr schon im Frühjahr groß sein könnte. Nach Ansicht von Kietz droht im Harz bereits zu Ostern akute Waldbrandgefahr. Das Schlimmste aus Sicht der HAWK-Forscherin: Es fehlt ein umfassendes Konzept zur Waldbrandbekämpfung.

Klimawandel erhöht Risiko für Waldbrände

Die Lage ist laut Kietz sehr ernst. Der sonst regenreiche Harz zeige deutliche Folgen des Klimawandels. „Die langanhaltende Dürre und große Hitze haben nach mehreren Stürmen und Käferbefall riesige Mengen Totholz verursacht.“ Dazu zählten von Borkenkäfern zerstörte Fichten und ganze Hänge mit Buchen. Das Totholz stelle in Kombination mit den Vergrasungen und den trocken fallenden Mooren ein optimales Brennmaterial dar, sagte Kietz. Zudem könne sich Feuer in einem Mittelgebirge wegen der vielen Hanglagen viel schneller ausbreiten als in ebenen Regionen wie etwa der Lüneburger Heide.

Um auf die Gefahren aufmerksam zu machen, hatte die Hochschule HAWK in der vergangenen Woche erstmals Experten zu einem „Brandschutzforum Harz“ nach Göttingen eingeladen. Dabei bemängelte Kietz auch ein fehlendes Schutzkonzept. Zum Beispiel gäbe es keinen Evakuierungsplan. Viele Orte lägen in langgezogenen Tälern. Hinzu komme, dass im Nationalpark viele Wege zurückgebaut seien, sodass schwere Fahrzeuge zur Brandbekämpfung nicht in den Wald gelangen könnten.

Harz braucht dringend Schutzkonzepte

Bei der Erarbeitung von Schutzkonzepten ist laut Waldforscherin Kietz Eile geboten. Die Niedersächsischen Landesforsten sehen das ähnlich. „Die zunehmende Brandgefahr im Harz bereitet uns große Sorgen“, bestätigte Sprecher Michael Rudolph. Er verwies darauf, dass es 2019 wegen der anhaltenden Trockenheit bereits mehrere kleinere Brände gegeben habe.

Auch der Landkreis Goslar, zu dem weite Teile des Harzes gehören, geht von einer erhöhten Waldbrandgefahr aus, bestätigte Sprecher Maximilian Strache. Der Landkreis habe deshalb einen Arbeitskreis Waldbrand gebildet. Dieser entwickle Einsatzkonzepte, um größeren Bränden besser begegnen zu können. Das Gremium bestehe aus zahlreiche Brandschutzexperten sowie Vertretern der Landesforsten und des Nationalparks Harz. Auch auf die benachbarten Landkreise solle es noch ausgeweitet werden. Ziel sei ein gemeinsames Waldbrandkonzept aller beteiligten Kommunen, der Landesforsten und des Nationalparks Harz.

Mit Material von dpa

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