Milchviehstall mit Kühen in einer Reihe
Christel Grommel | am

Göttingen: Forscher finden Ursache für Klauenkrankheit Tylom

Für die schmerzhafte Klauenkrankheit Tylom bei Kühen wurde nun an der Uni Göttingen die Ursache gefunden. Im Wesentlichen sei die Krankheit genetisch bedingt.

Wissenschaftler der Uni Halle erforschten in Zusammenarbeit mit der Uni Göttingen die Krankheit. Die Tylom genannte Klauenkrankheit betrifft drei bis acht Prozent aller Kühe in Deutschland, besonders Tiere im höheren Alter. Den Paarhufern wächst eine dritte verkümmerte Zehe, die für Hautrisse in den Hufen sorgt. Diese Risse sind eine Eintrittspforte für Bakterien. Die betroffenen Kühe lahmen und ihre Lebensdauer verkürzt sich.

Ursache liegt in einem Gen

Die Wissenschaftler veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Frontiers in Genetics“. Anhand großer Datenmengen konnte an der Uni Halle die Ursache für Tylom erforscht werden. Insgesamt 45.000 kleine DNA-Abschnitte von gesunden und kranken Tieren wurden ausgewertet. Die Forscher aus Halle vermuteten die Ursache im Gen für den Tyrosin-Kinase-Rezeptor 2.

An der Uni Göttingen untersuchten Forscher den entsprechenden Genabschnitt noch einmal genauer und wurden fündig. Bei den erkrankten Kühen führte eine Mutation zum Austausch einer Aminosäure. Dank dieser Erkenntnisse könne die Krankheit Tylom durch eine gezielte Züchtung eingedämmt werden.

Mit Material von dpa
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