Chilischoten und Nutri Score
Christel Grommel | am

Göttingen: Plädoyer für Klimalabel auf Lebensmitteln

Prof. Achim Spiller von der Universität Göttingen und Dr. Anke Zühlsdorf geben in einem Positionspapier Empfehlungen für ein verpflichtendes Klimalabel.

Die beiden Autoren empfehlen ein verpflichtendes staatliches Klimalabel, das mehrstufig und interpretativ gestaltet sein soll. Farben, Zahlen und CO2-Äquivalente sollen Übersicht schaffen.

Das Label sollte zunächst im Wesentlichen auf Durchschnittswerten basieren, auf das Gewicht in CO2-e je Kilogramm bezogen sein und für Lebensmittel und Mahlzeiten gelten. 

Ein Klimalabel könne wichtige Informationen an den Verbraucher geben und Kaufimpulse setzen, schreiben die Autoren in dem Positionspapier. In der vorgeschlagenen Form sei das Label ein relativ preisgünstiges Instrument der Klimapolitik, das über die direkte Wirkung auf den Konsum hinaus zur Versachlichung der Diskussion beitragen könnte. 

Fallstricke für das Klimalabel sehen Spiller und Zühlsdorf in Endlosdisputen über die Form und das Design sowie in Normierungsproblemen bei der Berechnungsweise und der Bezugsbasis der Berechnung. Auch müsse geklärt werden, ob das Klimalabel freiwillig oder verpflichtend sein soll.

Klimapolitik versachlichen

Mit einem eigenen Klimalabel könne Deutschland nach Meinung der Autoren ein vergleichsweise effizientes Instrument der Verbraucherinformation etablieren. Und das in einem Sektor, der ansonsten weitgehend von den Klimaschutzinstrumenten ausgenommen sei. Mit einem eigenen Vorschlag hätte die Bundesrepublik bessere Möglichkeiten, die zu erwartende EU-Entwicklung bei der Etablierung eines Klimalabels zu beeinflussen, so wie dies Frankreich beim Nutri-Score gelungen sei.

In einem Klimalabel sehen sie auch ein wichtiges Instrument zur Versachlichung der Klimapolitik, weil dieses mehr Transparenz schaffe. Es ermögliche eine freiwillige und sachgerechte Anpassung von Ernährungsmustern, um gesellschaftliche Klimakosten zu senken.

Sie sehen zudem die Möglichkeit, dass die Akzeptanz für Klimamaßnahmen in der Gesellschaft steigen könne, wenn Bürger die Unterschiede bei den Treibhausgasemissionen von Lebensmitteln verstünden. Außerdem sehen sie darin einen Anreiz für die Lebensmittelwirtschaft zur Optimierung des Angebots. 

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