Baumfällung in Altenau
Janina Schuster | am

Harz: Fichtenwald soll Bergwiese weichen

Im Harz sollen 4,5 Hektar reiner Fichtenwald in eine artenreiche Bergwiese umgewandelt werden, um dem Insektensterben entgegen zu wirken.

Mit der Umwandlung sollen auch der Artenreichtum an blühenden Pflanzen erhöht und die Landschaft rund um die historische Bergstadt langfristig aufgewertet werden. Zusätzlich erhoffe man sich eine Steigerung des Erholungswertes des Kurortes, so Bettina Beimel, Geschäftsführerin der Kurbetriebsgemeinschaft "Die Oberharzer". Das Gemeinschaftsprojekt der Niedersächsischen Landesforsten mit der Naturschutzbehörde des Landkreises Goslar sieht vor, Kompensations-möglichkeiten für den Verlust von Bergwiesen an anderen Stellen zu schaffen. 

Einsatz von bodenschonenden Verfahren bei Baumfällarbeiten

"Wir fällen die Fichten als Vollbäume mit Hilfe einer Seilkrananlage", sagt Alexander Frese, Forstwirtschaftsmeister aus Clausthal. "Alle Nadelbäume einschließlich Reisig und Kronen kommen von der Fläche runter, nur einzelne Laub- und Randbäume am Waldrand sollen als Landschaftsbäume erhalten bleiben."

Stehenbleiben sollen auch Holundersträucher und Ebereschen, die einen Rückzugsort für Vögel, Kleinsäuger und andere Wildtiere darstellen. "Sie strukturieren den Lebensraum zwischen Wald und Wiese und tragen zu einem abwechslungsreichen Landschaftsbild bei", so Frese weiter. Der bislang größte Flächeninhaber, das Forstamt Clausthal, möchte mit den Baumfällarbeiten in den nächsten Wochen beginnen. Frese leitet den Einsatz der Spezialmaschinen und koordiniert die anfallenden Forstarbeiten.

Naturschutzfläche soll vergrößert werden

Zudem sollen neue Flächen abgekauft werden, um die Naturschutzfläche zu vergrößern. Derzeit laufen Gespräche mit angrenzenden Grundstückseigentümern. Nach den Fällarbeiten wolle man die baumfreie Fläche durch fachgerechte Pflege zu einer Bergwiese entwickeln. Für eine langfristige Erhaltung des Wiesencharakters ist eine Beweidung durch Rinder oder Schafe geplant.

"Ab Sommer 2022 soll nur noch das Läuten der Kuhglocken ein Markenzeichen vom Mühlenberg sein", so Revierförster Mathis Weikert. Er freut sich über die neue Attraktion in Altenau: "Wenn die erste Kuhherde zum Almauftrieb auf den Mühlenberg zieht oder wieder Schafe dort oben weiden, freuen sich nicht nur die Urlauber im Oberharz über ein neu geschaffenes Insektenparadies." Geplant ist eine dreimonatige Arbeitsphase ab Februar 2022.

Mit Material von Niedersächsische Landesforsten
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