SuedLink-Trasse bei Groß Ellershausen
Christian Mühlhausen | am

Landwirte verärgert wegen SuedLink-Planung

Landwirte in Südniedersachsen fühlen sich bei der Planung des SuedLink hintergangen. Offenbar steht die Entscheidung zum Verlauf der Trasse schon fest.

Landwirte aus Südniedersachsen und Nordhessen sind verärgert über die Planungen von Tennet für die Erdkabel-Stromleitung SuedLink: „Die vorbereitenden Untersuchungen für den Leitungskorridor laufen nicht transparent ab“, wirft Göttingens Landvolkgeschäftsführer Achim Hübner dem Stromnetzbetreiber vor, der derzeit auch die Stromtrasse Wahle-Mecklar plant und baut.

Hintergrund ist, dass bislang im Raumordnungsverfahren für den SuedLink-Trassenverlauf in Südniedersachsen noch zwei verschiedene Planungskorridore im Gespräch sind: einer östlich von Göttingen vorbei ins Eichsfeld, der andere – nach Angaben der Tennet die „Vorzugsvariante“ - westlich an Göttingen vorbei über Friedland nach Nordhessen.

Die fürs Planungsverfahren notwendigen Untersuchungen der Fauna soll jetzt aber nur auf der West-Variante stattfinden. Nach Ansicht der Landwirte sei daher trotz aller gegenteiligen Beteuerungen der Verlauf der Trasse offenbar klar – es würden damit demokratische Regeln außer Kraft gesetzt.

Betroffene Grundstückseigentümer auf der Westtrasse seien kürzlich von der für die Kartierung beauftragten Firma angeschrieben und aufgefordert worden, die Zustimmung zur Betretung der Grundstücke zu erteilen – dabei werde offenbar auch mit Strafen gedroht, falls man sich dem verweigere. Hübner empfiehlt aber genau das und fordert sogar zum aktiven Widerspruch auf, denn rechtlich seien die im Anschreiben genannten Grundlagen haltlos und es solle erst der ordnungsgemäße Abschluss des Raumordnungsverfahren abgewartet werden, ehe kartiert werde.

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