Ammerländer-Biomilch
Renate Bergmann | am

Mehr Bio in Niedersachsen

Niedersachsen hat erstmals drei Öko-Modellregionen: Holzminden, Goslar und Uelzen. Sie haben sich mit ihren Konzepten durchgesetzt und können mit Unterstützung des Niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums (ML) nun die Projekte auf den Weg bringen.

Das sei ein wichtiger Schritt, sagte Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast. Auf dem Weg zu einem größeren Bio-Angebot in und aus Niedersachsen brauche es innovative Lösungen, wie sie in den Öko-Modellregionen entwickelt werden sollen.

Dieser Aufgabe sehen die erfolgreichen Projektträger entgegen, die nun über drei Jahre hinweg für ihr Projektmanagement mit jeweils bis zu 60.000 Euro pro Jahr vom Land unterstützt werden:

  • Der Landkreis Goslar (gemeinsam mit der LEADER-Region Westharz),
  • die Bezirksstelle Uelzen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (gemeinsam mit der LEADER-Heideregion Uelzen) und
  • der Landkreis Holzminden (gemeinsam mit der LEADER-Region VoglerRegion im Weserbergland).

Die eingereichten Konzepte hatten eine Fachjury aus Wissenschaftlern und Vertretern von Verbänden und Fachbehörden überzeugt.

Konzept für Uelzen

Der Landkreis Uelzen weist mit rund 50 Ökobetrieben und rund 3.600 Hektar einen Ökoanteil von rund 4,9 Prozent auf. Als besondere Stärken werden im Konzept für diese Region die bestehenden landwirtschaftlichen Biokompetenzen bei Geflügel, Kartoffeln und Spezialkulturen herausgestellt.
Durch gezielte Kooperationsansätze - etwa zur Entwicklung einer „regionalen Öko-Produktreihe" in Zusammenarbeit mit dem regionalen Lebensmitteleinzelhandel - sollen die Marktchancen für die Bioproduktion verbessert werden.

Konzept für Goslar

16 Ökobetriebe gibt es im Kreis Goslar. Mit rund 1.000 Hektar hat der Landkreis einen Ökoflächenanteil von 3,9 Prozent. Als besondere Stärken zur Entwicklungsfähigkeit des Ökolandbaus werden im vorgelegten Konzept die an der Bioverarbeitung interessierten Mühlen und Handelsorganisationen, das Flächenpotential für Obst- und Gemüseanbau sowie die zentrale Lage in der Metropolregion Hannover-Göttingen-Braunschweig herausgestellt.

Konzept für Holzminden

Bio-Rind (Symbolbild)

Mit 17 landwirtschaftlichen Biobetrieben und rund 1.000 Hektar beträgt der ökologisch bewirtschaftete Anteil an der Landwirtschaft nach Angaben der Projektträger nur rund 3,7 Prozent im Kreis Holzminden, dabei hat es in den letzten Jahren kaum eine Steigerung gegeben. Deshalb ist die Region mit der klaren Zielstellung angetreten, eine signifikant höhere Bioproduktion zu erreichen. Als besonderes Entwicklungspotenzial werden ein vorhandener Bio-Schlachthof, eine bereits etablierte Regionalmarke und bestehende Vertriebskontakte zu Großküchen herausgestellt.
Hier will die Region anknüpfen und sich in einem ersten Entwicklungsschritt auf die Bio-Rindfleischproduktion fokussieren, die Palette der Bioprodukte dann aber ausweiten und zum Beispiel auch für Ackerbaubetriebe neue Marktchancen im Ökosektor entwickeln.

Wie geht es jetzt weiter?

Anfang 2020 werden die Beteiligten ins Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (ML) zu einer Auftaktveranstaltung geladen. Hier werden auch Vertreterinnen und Vertreter aus Verbänden sowie von Unternehmen und Gremien als Ansprechpartner teilnehmen.

Die Fachjury des Wettbewerbs, der sogenannte Begleitkreis, steht den Projektmanagern auch weiterhin beratend zur Seite und wird die Umsetzung evaluieren. Informationen zu den Projektfortschritten, Ansprechpartnern oder Veranstaltungen erhalten Sie auf der Webseite des Ministeriums 

Was ist eine Öko-Modellregion?

Das Grundprinzip einer Öko-Modellregion (ÖMR) ist auf die Erhöhung des regionalen Anteils ökologisch wirtschaftender Betriebe ausgerichtet. Das betrifft zum einen die landwirtschaftliche Produktion, aber auch die Bereiche Verarbeitung, Vermarktung bis hin zur Gemeinschaftsverpflegung in öffentlichen Einrichtungen und Kantinen. Der Fokus liegt dabei auf kommunalen und regionalen Strukturen und Netzwerken.

Weil sich für jede ÖMR andere Ausgangslagen und Voraussetzungen ergeben, musste für jede Region ein individuelles Konzept entwickelt werden, das auf die Akteure und Bedürfnisse vor Ort zugeschnitten ist. Beispiele für Tätigkeitsfelder in Öko-Modellregionen sind etwa der Aufbau von bäuerlichen Liefergemeinschaften für den Lebensmitteleinzelhandel oder der Ausbau der Direktvermarktung zum Erhalt der regionalen Nahversorgung auf dem Land.

Rund 1.400 Unternehmen in Niedersachsen verarbeiten in steigendem Umfang Bio-Erzeugnisse und schaffen Arbeitsplätze. Auf rund 2.000 landwirtschaftlichen Betrieben wird ökologisch gewirtschaftet und mehr als 107.000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche wird für die Bio-Produktion genutzt.

Mit Material von Nds. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
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