Kühe wurden auf einem Betrieb freigelassen
Christel Grommel | am

Northeim: 140 Kühe und Kälber aus Stall freigelassen

In der Nacht zum Montag (10. Mai) ließ ein Mann auf einem Betrieb in Uslar-Sohlingen Kühe aus einem Offenstall frei. Der Täter ist gefasst und geständig, jedoch wieder auf freiem Fuß.

Nina Krieghoff traute ihren Augen nicht, als sie heute Morgen die Bescherung sah: "Es war ein Schock, das zu sehen", sagte sie im Gespräch mit der LAND & FORST.

140 Milchkühe und Kälber wurden aus dem Stall freigelassen und liefen draußen umher. "Zum Glück haben sich weder Kälber noch Kühe etwas gebrochen", sagt Nina Krieghoff. Zwei Milchkühe haben Verletzungen an den Zitzen, berichtet sie. Aber ob weitere Folgeschäden auftreten werden, kann sie noch nicht sagen. "Das kann sich auch auf die Fruchtbarkeit oder die Milchleistung auswirken", so Krieghoff. Alle 140 freigelassenen Tiere sind wieder da.

Die Kälberhütten wurden geöffnet, bei den Kälberiglus zerschnitt der Täter die Bänder und ließ auch hier die Tiere raus. Er versuchte auch, in den Bullenstall zu gelangen – das gelang ihm jedoch nicht, weil dieser abgeschlossen war. In der Nachbarschaft ließ er zwei Pferde frei und drang dazu in das Wohnhaus ein, um von dort in den Stall zu gelangen.

Täter ist wieder auf freiem Fuß

Der Täter, ein 22jähriger Mann ohne festen Wohnsitz, ist gefasst worden und war auch geständig. Allerdings ist er wieder auf freien Fuß gesetzt worden. "Diese Nacht werden wir wohl nicht viel schlafen." Eine Nachtwache ist geplant. Die GbR Warnecke hält 120 Milchkühe und betreibt zusätzlich weibliche Nachzucht sowie Bullenmast. Nina Krieghoff ist dort angestellt, ihre Eltern und ihr Onkel halten die Betriebsgemeinschaft. Ihr Vater hat Strafanzeige gegen den Täter gestellt.

Seit vier Tagen wurde der Mann in der Gegend beobachtet, wo er kampierte. Auf dem betroffenen Betrieb schaute er sich am Donnerstagabend die Kühe im Stall an. Der Betrieb hat einen Offenstall, in dem sich Besucher die Rinderhaltung anschauen können. "Die Leute sollen gerne schauen und sehen, dass wir unsere Tiere gut halten", sagt Nina Krieghoff. "Familien und Kinder sind oft da und bekommen alles gezeigt. Das gehört zu unserer Öffentlichkeitsarbeit und wird gut angenommen."

Auf dem Betrieb vermutet man nun, dass der Täter weiterziehen und möglicherweise auch auf anderen Betrieben versuchen wird, Tiere aus dem Stall zu lassen. Tierhalter sollten also ein wachsames Auge haben.

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