Baumstämme im Wald
Anne-Maria Revermann | am

Northeim: Baumstämme zu versteigern

Die Niedersächsischen Landesforsten versteigern mit anderen Waldbesitzern aus Südniedersachsen wertvolle Baumstämme.

Wertvolle Baumstämme werden am 12. Februar in einem sogenannten Submissionsverfahren versteigert und verkauft, so die Niedersächsischen Landesforsten. Allerdings werden bei der jährlich stattfindenden Versteigerung deutlich weniger in diesem Jahr angeboten.

Grund für das begrenzte Angebot sei die Arbeitsbelastung im vergangenen Jahr. Viele Waldbesitzer in der Region seien noch immer mit der Beseitigung der Schäden beschäftigt, die zwei Trockenjahre mit extremer Borkenkäfervermehrung in den Nadelwäldern Südniedersachsens hinterlassen haben. Die Forstbetriebe haben kaum noch Zeit und Ressourcen, ausgewähltes Premium-Laubholz für die Versteigerung aufzuarbeiten. Auch das Fällen trockener oder geschädigter Bäume entlang öffentlicher Straßen kostet Waldbesitzer extrem viel Zeit und Geld.

Einer der zentralen Lagerplätze liegt im Wald zwischen Gillersheim und Suterode im Landkreis Northeim. Rund 150 Kubikmeter Laubholzstämme aus den Wäldern zwischen Hann.Münden und Hameln lagern dort im Revier Ebergötzen.

Baumstämme aus Beethovens Zeiten

Förster Nils Gerke ist für den Verkaufsplatz und die Präsentation der Edelhölzer verantwortlich. „Hier warten rund 60 Stämme sorgfältig aufgereiht auf Kunden aus ganz Deutschland und Nachbarländern“, sagt der Leiter der Försterei. „Einige der ältesten Eichen wurden zu Lebzeiten von Beethoven vor rund zweihundert Jahren gepflanzt“, betont Gerke den langen Zeitraum zwischen Pflanzung und Ernte dieser Spitzenhölzer. Das Forstamt Reinhausen zeigt auf seinem Auktionsplatz neben Eichen und Eschen, auch Bergahorne und Kirschen sowie zwei Spitzahornbäume und einen Roteichenstamm.

Bevor die Baumstämme die Besitzer wechseln, erhalten sie den letzten Schliff: Mit dem Drahtbesen wird die die rauhe Rinde gereinigt. Schmutz, Laub, Eis oder Schnee werden bei Bedarf entfernt, damit Holzkäufer die Baumstämme begutachten können.

Wer am meisten bietet, bekommt den Baum

Bei der Submission wird jedem Stamm ein Los zugeordnet, das die nötigen Angaben für die Holzverarbeitung enthält. Interessenten bekommen eine Liste der Lose und können sich mehrere Wochen lang das Holz vor Ort im Wald anschauen. Dafür diene der Lagerplatz als Schaufenster.

Ohne die Angebote der Mitbieter zu kennen, schicken die Holzkäufer ihre schriftlichen Angebote an die Landesforsten. Dort in Braunschweig werden die Gebote am 12. Februar eröffnet und verglichen. So wie bei den bekannten Auktionshäusern bekommt der Meistbietende den Zuschlag.

Gespannt warten alle Waldbesitzer auf das Ergebnis der Laubholzversteigerung. Erst danach zeigt sich, welche der walzenförmigen Edelbäume in ein Sägewerk wandern oder zu hauchdünnem Furnier verarbeitet werden. Insgesamt 1.131 Kubikmeter Wertholz liegen auf drei Plätzen zum Verkauf bereit. Neben Suterode betreuen die Landesforsten auch den Auktionsplatz in Liebenburg. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen betreut den Platz in Vogelbeck, wo 435 Kubikmeter lagern.

 

Mit Material von Niedersächsische Landesforsten

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