Biene sammelt Nektar aus einer Rapsbluete.
Ellen Hartmann | am

Wie sich vielfältige Agrarlandschaften auf Wildbienen auswirken

Ein Forschungsteam der Universität Göttingen und des Julius-Kühn-Instituts (JIK) in Braunschweig hat herausgefunden, wie sich vielfältige Agrarlandschaften und blühende Kulturpflanzen auf Wildbienenarten auswirken.

Tatsächlich, so die Ergebnisse des Forschungsteams, haben vielfältige Agrarlandschaften einen Einfluss auf den Artenreichtum von Wildbienen. So fördern gerade blühende Ackerkulturen mit allerlei Blütenformen die verschiedenen Wildbienenarten.

Was wurde untersucht?

Für ihre Analyse dokumentierten die Forscherinnen und Forscher Wildbienen in blütenreichen halbnatürlichen Lebensräumen wie etwa Hecken und Blühstreifen in rund 30 unterschiedlichen jeweils einen Quadratkilometer großen Agrarlandschaften. Diese lagen in der Nähe von Göttingen, Leipzig und Itzehoe. Hier wurden die Bienen mithilfe genormter Streckenabschnitte gezählt und für die Artenbestimmung eingefangen. Die untersuchten Landschaften unterschieden sich in ihrer Vielfältigkeit und aufgrund des Flächenanteils von Raps und Ackerbohnen.

Blütenform ist wichtig für Wildbienen

"Die Blütenform einer Pflanze ist ein wichtiges Kriterium dafür, welche Wildbienenarten Nektar an deren Blüten sammeln", erklärt Felix Kirsch von der Universität Göttingen. Der Doktorand führte die Untersuchung im Rahmen seiner Masterarbeit durch. "Die Blütenform muss beispielsweise zur Körpergröße und Rüssellänge der Biene passen. Der Nektar von Raps ist leicht zugänglich, während der Nektar der Ackerbohnen tief in den langen Blütenkelchen verborgen ist."

Ergebnisse zeigen: Wildbienen brauchen Artenvielfalt

"Unsere Studie zeigt, dass Ackerbohnen soziale Wildbienen, besonders langrüsselige Hummeln, fördern", heißt es auch von Dr. Doreen Gabriel vom JKI in Braunschweig. Anders sind die Ergebnisse in Landschaften mit viel Raps gewesen: Hier fanden die Forscher einen erhöhten Anteil an solitär lebenden Wildbienen, zu denen oft kleinere Arten gehören.

"Der Anbau einer bestimmten Massentracht reicht nicht aus, um vielfältige Bienengemeinschaften zu erhalten, welche ihrerseits den Bestäubungserfolg vieler blühender Ackerkulturen und Wildpflanzen sichern", sagt Dr. Nicole Beyer, Erstautorin und Postdoktorandin in der Abteilung Funktionelle Agrobiodiversität der Universität Göttingen. Prof. Dr. Catrin Westphal, Leiterin der Abteilung, stellt fest: "Unsere Ergebnisse zeigen eindrücklich, dass diverse, blühende Ackerkulturen und insbesondere vielfältige halbnatürliche Lebensräume in der Agrarlandschaft notwendig sind, um ein breites Artenspektrum an Wildbienen zu fördern."

Mit Material von idw
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