Waldbrand im Harz
Christel Grommel | am

Waldbrandgefahr: Harz wird aus der Luft überwacht

Der Flugdienst des Landesfeuerwehrverbands Niedersachsen überwacht den Harz wegen hoher Waldbrandgefahr mit Flugzeugen und dehnt diese Überwachung auch auf Sachsen-Anhalt aus.

"Die Waldbrandgefahr ist in diesem Frühjahr besonders hoch, denn es ist extrem trocken", warnte der Sprecher der Niedersächsischen Landesforsten. Seit Mitte März habe es im Harz kaum noch geregnet. Dazu käme noch, dass die viele Sonne und der anhaltende starke Wind die Böden zusätzlich ausgetrocknet hätten. Trockene Gräser, die noch nicht von frischem Grün überwachsen sind, stellten eine zusätzliche Gefahr dar. In den Wäldern gebe es zudem viel abgestorbenes trockenes Gehölz.

Nun setzt das Land Niedersachsen verstärkt auf die Bekämpfung aus der Luft. Außer Hubschraubern der Bundeswehr sowie der Landes- und Bundespolizei sollten dazu auch private Helikopter eingesetzt werden. Die geplante verstärkte Bekämpfung von Feuern aus der Luft ist Teil eines neuen Aktionsplan zur Waldbrandbekämpfung.

Dieser sieht auch mehr Aufklärungsflüge vor. Das kameragestützte Früherkennungssystem überwacht rund eine Million Hektar Fläche. In diesem Frühjahr habe es schon fast 60 Mal Rauch entdeckt - normal sind rund 100 Brandmeldungen im gesamten Jahr, gab das Landwirtschaftsministerium an.

Corona-Krise verschärft das Problem

Auch die Corona-Krise trägt ihren Teil auf ihre Weise bei. "Erschwerend kommt hinzu, dass angesichts der Corona-Krise immer mehr Menschen in die Wälder kommen", sagte der Landesforsten-Sprecher.

Dabei verhielten sich nicht alle Menschen richtig, so würden zum Beispiel Zigaretten weggeworfen, die auch schon Brände ausgelöst hätten. In Braunlage war dies der Fall, die Feuerwehr war aber schnell zur Stelle und verhinderte einen größeren Waldbrand. Nach Angaben des Landkreises Goslar wurden im Harz seit Mitte April bereits zehn Vegetations- und Waldbrände registriert.

Der Regen fehlt immer dringender

Goslars Kreisbrandmeister Uwe Fricke warnte ebenfalls: "Obwohl uns die übliche Trockenperiode noch bevorsteht, ist die Situation schon jetzt im April absolut ernst zu nehmen. Mit jedem Tag, an dem der dringend benötigte Regen ausbleibt, wird es akuter."

Dem Waldbrandgefahren-Index des Deutschen Wetterdienstes zufolge besteht am Wochenende im Harz ebenso wie in vielen anderen Teilen Niedersachsens eine mittlere, in der Lüneburger Heide eine sogar noch höhere Waldbrandgefahr.

Der Nationalpark Harz rief daher Besucher zu hoher Wachsamkeit auf. Auch kleinere Anzeichen von Feuer sollten sofort gemeldet werden, eigene Löschversuche unterlassen werden - diese können in einem Waldbrand schnell zur tödlichen Falle werden, weil keine Flucht vor dem Feuer mehr möglich ist. 

Auch in den Talsperren macht sich der ausbleibende Niederschlag bemerkbar. Der Zulauf aus den Hochlagen in die sechs großen Stauseen im Westharz war am Freitag rund viermal niedriger als die ohnehin schon geringe Wasserabgabe aus den Talsperren in die Unterläufe der Flüsse.

Mit Material von dpa

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✔ Mehrleser-Funktion

✔ Artikel merken und teilen

✔ exklusiv: Audio und Video

✔ 1 Tag früher informiert

Digitale Ausgabe

✔ 3 Endgeräte
✔ Merkliste
✔ Audio und Video
 
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Thema der Woche: Ina Müller im Interview - Verwurzelt in der Landwirtschaft
  • Pflanzenbau: Landessortenversuche Silo- und Energiemais
  • Tierhaltung: Innovationspreis Tierwohl (ITW) für Schweinemäster aus Wietzendorf

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen