Wanderin stempelt den Wanderpass
Janina Schuster | am

Wandern für den Stempel: die Harzer Wandernadel ist gefragt

Eingefleischte Wanderfans kennen sie schon, Wander-Neulingen begegnet sie unweigerlich. Die Harzer Wandernadel gehört zu Deutschlands nördlichstem Mittelgebirge und ist so beliebt, dass sogar mit halb gefüllten Stempelpässen gehandelt wird.

"Wir haben in diesem Jahr bereits 67.000 Pässe verkauft", erzählt der Geschäftsführer der Harzer Wandernadel GmbH, Klaus Dumeier. Im letzten Jahr wurden 90.000 Pässe ausgegeben und diese Marken wollen sie auch in diesem Jahr wieder knacken. Dieser Plan könnte gelingen, denn die Harzer Wandernadel ist beliebt. Das Stempelheft lädt ein zu Touren quer durch und über das Mittelgebirge in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Von Wanderskaisern und Wanderprinzessinnen

An 222 Stellen können sich Wanderfreundinnen und Wanderfreunde Stempel geben lassen, um den Pass zu füllen. Am Ende winkt die feierliche Ernennung zur Wanderkaiserin oder Wanderkaiser. Dazu gibt es eine Anstecknadel aus Harzgestein, eine Urkunde und der vom Vornamen abgeleitete Adelstitel. Dieser wird in die Majestätenliste online eingetragen. Kinder bis elf Jahre müssen 11 Stempel einsammeln, wenn sie Wanderprinzessin oder Wanderprinz werden wollen. 2021 haben es bisher 2.800 Kinder geschafft. Bei den Erwachsenen liegt die Zahl der zu schaffenden Routen mit 222 Stück etwas höher. 1.000 Frauen und Männer konnten sich dieses Jahr schon über ein volles Heft freuen.

Besondere Stempel für Thementouren

Die Stempel sammeln die Wanderer an ausgewiesenen Stempelstellen ein. Nicht immer finden sie auch einen Stempel. Vandalismus stellt die Organisatoren vor große Herausforderungen. Als Ersatz wird dann einfach ein dreistelliger Code eingetragen, der an der Stempelstelle angebracht ist. Die 222 Touren sind Teil des Harzer Wanderkurses. Neben dieser umfangreichen Tour durch den Harz gibt es auch spezielle Thementouren. "Wer auch die Stempel der Thementouren sammelt, kommt zum Schluss auf über 350 Stempelstellen", so Dumeier. Diese besonderen Thementouren sind wiederum Teil der Harzer Geschichtsorte. Sie führen zu Klöstern, Klostergärten und Kirchen ("Klosterwanderweg"), den schönsten Waldgaststätten und Berggasthöfen ("Harzer Baudensteig") oder führen die Wanderer vorbei an Wehrtürmen, Verliesen, Festsälen und Schatzkammern. Begleithefte informieren die Routenwanderer über das Thema. Am Ende winkt der Stempel.

Über das Projekt

Das Projekt der Harzer Wandernadel besteht seit 2006 und trägt sich vorrangig durch den Verkauf der Wanderpässe und -abzeichen. Als Belohnungssystem dienen dabei die Stempel in den grün lackierten Holzkästen, die an besonders schönen und markanten Stellen entlang der Wanderrouten im Harz zu finden sind. Um eine Auszeichnung zu erhalten, muss man jedoch nicht alle 222 Routen auch wandern. Die Wandernadel in Bronze erwirbt man bei acht Stempeln, ab 16 Stempeln im Pass gibt es die silberne Wandernadel und die goldene Nadel erfordert 24 geschaffte Routen. Bei 50 Stempeln erfolgt die Ernennung zum Wanderkönig oder zur Wanderkönigin. Die Stempel verjähren nicht, sodass jeder die Chance auf die Auszeichnungen hat.

Mit Material von Neue Presse
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