Landwirt Peter Soltau mit Diana Kallenberg im Blühstreifen
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Blütenstreifen als Marktfrucht begreifen

Blühflächen als Dienstleistung: Landwirt Soltau aus Eicklingen (Kreis Celle) will Naturschutz und Betriebswirtschaft vereinbaren.

Über eine Internetplattform anbauwillige Landwirte und zahlungsbereite Bürger zusammenzubringen: Das versucht Landwirt Peter Soltau aus Eicklingen im Landkreis Celle. Der 53-Jährige bewirtschaftet in der vierter Generation einen Ackerbau- und Direktvermarktungsbetrieb  mit Spargel und Heidelbeeren.

Im Frühjahr diesen Jahres kam ihm die Idee zum Projekt "bienen-helfen.de". Dafür gründete Soltau eine GmbH, die Bienenwelt GmbH.

Über eine Spargelmesse fand er weitere Mitstreiter für sein Blühstreifen-Projekt, zum Teil auch andere Spargelanbauer und Weihnachtsbaumerzeuger.
Die Gründe liegen auf der Hand: Über die Direktvermarktung haben diese Landwirte direkten Kontakt zu Kunden – und damit zu Menschen, die für solch eine Biodiversitätsleistung auch zahlen würden.

Bienenwelt GmbH offen für Landwirte aus ganz Deutschland

Soltau betont, dass das Projekt natürlich offen sei für alle Landwirte aus ganz Deutschland – zumal Kunden sicherlich auch gerne sehen würden, dass „ihre“ Blühstreifen regional angebaut würden.

Mit diesen Landwirten schließt die Bienenwelt GmbH Dienstleistungsverträge ab. Allerdings ist bislang noch nicht klar, wieviel Fläche pro Landwirt zusammenkommt.

79 Cent pro Quadratmeter Blühfläche

In einem zweiten Schritt werden derzeit übers Internet gezielt Partner aus Industrie und Handwerk, aber auch Endkunden angesprochen. Die können dann für 79 Cent pro Quadratmeter Blühflächen buchen, ab 19,75 Euro für 25 Quadratmeter.

„80 Prozent des Umsatzes bleibt beim Landwirt“, erläutert Peter Soltau. Die verbleibenden 20 Prozent gehen an bienen-helfen.de, um die komplette Abwicklung, Rechnungsstellung, Kundenakquise, Internetplattform bis hin zu den Paypal-Gebühren zu bezahlen.

Definierte Anbaubedingungen

Die Anbaubedingungen für die Landwirte sind klar definiert:

  • Es müsse nach guter fachlicher Praxis gewirtschaftet werden – der chemische Pflanzenschutz sei ausgeschlossen, es dürfe aber mineralisch und organisch gedüngt werden.
  • Spezielle Sortenmischungen sind nicht vorgeschrieben, aber natürlich sollte es ordentlich und lange blühen.
  • Weil mit dem Geld der Kunden zusätzliche Blühflächen in der Landschaft entstehen sollen, sollte der Landwirt die zur Verfügung gestellte Fläche nicht als Ökologische Vorrangfläche anmelden.
  • Und schließlich muss die Fläche vom 1. Mai bis zum 1. November vorhanden sein.

Übers Jahr verteilt sollte der anbauende Landwirt zudem einige Fotos vom Entwicklungsstand der Flächen machen, damit die Kunden in einer internetbasierten und interaktiven Landkarte auch „ihre Flächen“ verfolgen können.

Blühflächen zu Weihnachten

Jetzt hofft Peter Soltau auf regen Zuspruch der Kundschaft, und auf ein gutes Weihnachtsgeschäft, denn: Die Dienstleistung, die auf den Blühflächen erbracht wird, kann verschenkt werden. „So können wir den Ball in die Gesellschaft zurückspielen und müssen nicht als Almosenempfänger dastehen“, ist Soltau überzeugt.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst 45/19.

Weitere Infos finden Sie unter www.bienen-helfen.de...

Mit Material von Christian Mühlhausen

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