Einkauf von Bio-Tomaten
Meinung | Maren Diersing-Espenhorst | am

Corona und Lieferketten: Haben ist besser als brauchen

Die Corona-Epidemie zeigt uns deutlich, dass globalisierte Lieferketten wohl keine heilbringenden Lösungen bieten, sagt Maren Diersing-Espenhorst, Chefredakteurin LAND & FORST.

Moin liebe Leserinnen und Leser, am vergangenen Wochenende konnte man Herdenverhalten in Supermärkten beobachten. Es ist aufgrund des Coronavirus eine regelrechte Panik unter unseren Mitbürgern ausgebrochen.

Es wurde eingekauft, dass sich die Hinterachsen der Autos nur so bogen. Konservendosen, Tiefkühlprodukte, Nudeln, H-Milch - alles was auch nur irgendwie haltbar war, warfen die Menschen in den Einkaufswagen und schafften es nach Hause. Die Regale in den Lebensmittelgeschäften wurden ausgeräumt und einige Geschäfte mussten anscheinend bereits zur Mittagszeit die Tore schließen, da sie ausverkauft waren.

Die Corona-Epidemie zeigt uns deutlich, dass globalisierte Lieferketten wohl keine heilbringenden Lösungen bieten – sei es in der Lebensmittelproduktion, dem Fahrzeug- oder Anlagenbau oder dem medizinischen Bereich. Der Ausbruch des Virus lässt die Weltwirtschaft erzittern. In China steht die Produktion in den Fabriken vielerorts still und damit auch die Zulieferung von Materialien an Unternehmen in anderen Ländern.

Druck auf Märkte

Zudem machen sich in der Volksrepublik Probleme in der Infrastruktur und damit auch beim Transport von dorthin gelieferten Produkten bemerkbar. Dies trifft zum Beispiel Milcherzeugnisse: In den Häfen liegen Container mit Molkereiprodukten und werden nur verzögert abgefertigt. Dies hat zur Folge, dass Absatzmärkte für europäische Güter schwinden und der Milchpreis – auch hier bei uns – unter Druck gerät.

Keine gute Idee

Vor diesem Hintergrund frage ich mich, ob wir es uns in Deutschland tatsächlich leisten können, die Lebensmittelproduktion soweit zu bedrängen und zurückzufahren, wie es vom Lebensmitteleinzelhandel und offenbar auch von Bundesumweltministerin Svenja Schulze mit Unterstützung von Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner derzeit provoziert wird.

Anders kann ich mir jedenfalls das Verhalten in Berlin nicht mehr erklären. Die endlose Debatte über den Entwurf zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung, Diskussionen über Insekten- und Artenschutz, die Düngeverordnung und das anstehende Klimaschutzgesetz kosten Sie, liebe Leserinnen und Leser, Geld und Nerven. Diese Politik zwingt Landwirte zur eingeschränkten Bewirtschaftung oder im schlimmsten Fall zur Aufgabe ihrer Betriebe. Das kann und darf nicht im Interesse der Menschen in unserem Land sein.

Leistungsfähige Landwirtschaft

Ein Spitzentreffen mit der Bundeskanzlerin und Vertretern des Lebensmitteleinzelhandels brachte ebenfalls keine Fortschritte. Der Handel spielt seine nahezu monopolistische Macht weiterhin aus und presst die Erzeugerpreise auf Tiefststände.

Beim Junglandwirtetag in Burgdorf verkündete Agrarministerin Julia Klöckner, dass sie sich gegen derartige Praktiken wehren wolle. Ich wünsche ihr dabei wirklich viel Erfolg. Denn wir haben derzeit noch eine gesunde und leistungsfähige Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung in Deutschland und diese brauchen wir auch in Zukunft. Das zeigt sich zurzeit deutlich.

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