Kohlrabi
Christel Grommel | am

DBU-Projekt soll Gemüse vor dem Müll retten

Ein Projekt der Hochschule Osnabrück und der LWK Niedersachsen soll ein Umdenken bei Lebensmittelverschwendung anstoßen. Hohe Anforderungen des Handels spielen dabei eine Rolle.

Die im Lebensmitteleinzelhandel angewendeten Qualitätskriterien für Freilandgemüse sind streng. Oft übersteigen sie die vom Staat festgelegten Kriterien. Hohe Qualitätsstandards sind ein Mittel, um sich von anderen Anbietern im Handel abzusetzen - und die Verbraucher haben sich an diese Standards gewöhnt. 

Aus diesen Gründen bleibt viel Gemüse schon auf dem Acker oder wird vom Handel nicht angenommen. Ein Beispiel ist der Kohlrabi: "Bei Kohlrabi besteht beispielsweise die Anforderung, dass er mit frischen, senkrecht stehenden Blättern geliefert wird", so Hendrik Führs von der LWK Niedersachsen. Verzichte der Handel auf bestimmte Vorgaben, ließen sich viele Lebensmittel retten - mit Vorteilen für Erzeuger, Verbraucher und den Einzelhändler selbst. Zudem führten die Kriterien zu einem erhöhten Stickstoffgehalt im Boden, denn zur Erfüllung von Größe, Gewicht und Farbe würde oft noch nachgedüngt. 

Die Grundlage des Projektes ist der Verzicht des Handels auf die eigenen Qualitätskriterien für die Gemüsearten Kohlrabi, Brokkoli, Salat und Blumenkohl. Führs beschreibt: "Durch die Aufnahme von Erntedaten auf dem Feld und im Betrieb wollen wir ermitteln, wie viel Verluste so eingespart werden können." Gleichzeitig wolle man zudem prüfen, auf wie viel Stickstoffdünger verzichtet werden könne, um weiterhin den staatlichen Qualitätsnormen zu genügen und die Akzeptanz der Verbraucher zu erhalten.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert fachlich und finanziell mit 498.000 Euro.

Mit Material von Deutsche Bundesstiftung Umwelt
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