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C. Hüneke-Thielemann | am

Diepholz: Klasse statt Masse in der Landschlachterei

In der Landschlachterei Wolters setzt man auf kurze Wege und gute Tierhaltung. Die Schweine haben oft nur knapp 20 Meter über den Hof hinter sich - das wissen die Kunden zu schätzen.

Zu Besuch in der Landschlachterei der Familie Wolters im kleinen Martfelder Ortsteil Loge (Kreis Diepholz). An diesem Morgen liegen frisch blanchierte Kohlblätter bereit, um per Hand zu traditionellen Kohlrouladen gewickelt zu werden. Schräg dahinter reift im Spezialschrank Dry Aged-Fleisch über Wochen zu edlen Gourmetstücken heran, im Kühlraum nebenan duftet es nach deftigen Rauchwürsten und Schinken. Das Besondere: Der Großteil der Tiere, die hier geschlachtet, zerlegt und verarbeitet werden, ist im Stall oder auf der Wiese nebenan aufgewachsen.

Der Firmengründer setzte schon früh auf Qualität

Regionalität und gute Haltungsbedingungen gehören bei Wolters jedoch nicht erst seit der Tierwohl-Initiative zum Geschäftsmodell. Firmengründer Adolf Wolters hatte schon Mitte der 60er Jahre für sich entschieden: "Immer mehr und immer billiger für Supermärkte zu produzieren, dieses Preisdumping wollte ich nicht mitmachen." Der heute 83-Jährige setzte auf Klasse statt Masse und vermarktete seine Produkte selbst auf Wochenmärkten. 

Den Tieren muss es gut gehen

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Sohn Oliver Wolters (56), ebenfalls Fleischermeister, und Ehefrau Inge übernahmen 1993 den Betrieb und die Philosophie, dass für einen hohen Qualitätsanspruch auch die Tiere unter guten Bedingungen aufwachsen müssen – und setzen sie mit der eigenen Aufzucht um. "Uns ist es wichtig, dass es den Tieren gut geht", sagen Oliver und Inge Wolters.

Mittlerweile ist in Loge mit Michael Wolters bereits die dritte Generation am Start. Der 28-Jährige wird den Betrieb irgendwann übernehmen: "Für mich war ziemlich schnell klar, dass das hier mein Ding ist."

Für die Aufzucht der rund 200 Pietrain-Mastschweine und etwa 45 Schafe mit Nachzucht ist Michael Wolters bereits jetzt verantwortlich. Den Stall hat er vor Kurzem umgebaut, es gibt keine Spaltenböden mehr, die Schweine stehen nun auf Stroh, außerdem haben sie einen Frischluftaußenbereich am Stall. Tiere, die die Landschlachterei zukauft, stammen in gleicher Qualität aus der Nachbarschaft.

Die Stammkunden schätzen Tierwohl und Qualität

Im Durchschnitt werden pro Woche 20 Schweine, zwei bis drei Großtiere, drei Schafe, gelegentlich auch ein Kalb geschlachtet. 22 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehören zum Team, darunter fünf festangestellte Fleischerfachkräfte. Zum Bedarf für die eigenen Produkte kommen noch die sogenannten Hausschlachtungen hinzu. "Dann verarbeiten wir für Landwirte und Direktvermarkter in der Region deren Tiere fertig zerlegt und vakuumiert zum Abholen", erklärt Michael Wolters. Weil es nur noch wenige gibt, die diese Dienstleistung anbieten, sind die Hausschlachtungen voll ausgebucht. 

Die Wochenmarktbesucher, ganz überwiegend Stammkunden, wissen Herkunft und Qualität zu schätzen: "In manchen Familien kaufen schon die Kinder und Kindeskinder bei uns ein", sagt Inge Wolters. Interessierte fahren nach einem Gespräch am Marktwagen auch schon mal zum Stallbesuch nach Martfeld raus. "Wissen, wo es herkommt", lautet das Motto! 

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