Spargelstecher.
Ellen Hartmann | am

Diepholz: Notbremse nach Corona-Ausbruch auf Spargelhof (aktual.)

Bei einer Reihentestung auf einem Spargel- und Beerenhof im Landkreis Diepholz wurden mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter positiv auf das Corona-Virus getestet.

Aktualisierung 5. Mai:

Nach dem Corona-Ausbruch auf dem Spargelhof in Kirchdorf zieht der Landkreis Diepholz heute die Notbremse. Aufgrund der hohen Sieben-Tage-Inzidenz von 137,3 gilt eine nächtliche Ausgangssperre.

Auch private Kontakte werden durch das Inkrafttreten der "Bundes-Notbremse" verschärft. Die Polizei kündigte in einer Mitteilung an, verstärkt Präsenz zu zeigen und bei Verstößen konsequent einzuschreiten. Dabei wolle man aber auf Aufklärung und Einsicht bei der Bevölkerung setzen, hieß es. Würden wiederholt Verstöße begangen, werde man Verfahren einleiten.

Am Montag waren alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Großbetriebs zum zweiten Mal auf Corona getestet worden. Die Hälfte der Ergebnisse lag gestern Nachmittag vor - es gibt acht weitere Infizierte. Das übrigen Testergebnisse werden heute erwartet. "Es lässt sich jedoch bereits jetzt erkennen, dass die bisher getroffenen Maßnahmen der letzten Tage Wirkung zeigen", sagte Landrat Bockhop. Weitere Testungen seien für Donnerstag geplant.

Der Landkreis hat eine Arbeitsquarantäne für die nicht infizierten Saisonarbeitskräfte angeordnet. Die positiv getesteten Personen befinden sich in Quarantäne. 

Mehr als 1.000 Beschäftigte getestet

Insgesamt seien am vergangenen Wochenende 1.011 Beschäftigte untersucht und 87 Mitarbeiter positiv getestet worden. Alle Infizierten hätten sich in Quarantäne begeben müssen, heißt es vom Landkreis. Doch auch wer negativ getestet worden sei, dürfe das Haus nur unter Auflagen zum Arbeiten verlassen. Laut NDR fordere der Diepholzer Landrat Cord Bockhop nun dazu auf, die Saisonkräfte zu impfen. 

Neue Reihentestung

Am Montag (3. Mai) seien bei einer zweiten Reihentestung 900 Mitarbeiter des betroffenen Spargel- und Beerenhof Thiermann getestet worden, so der Landkreis weiter. Erste Ergebnisse werden am Mittwoch (5. Mai) erwartet. Schon am Freitag hatte der Landkreis eine Arbeitsquarantäne für die Beschäftigten verhängt. Die Polizei überwache zudem die Unterbringung der Arbeiter. Der Spargelhof in Kirchdorf gilt als einer der größten Sonderkulturbetriebe Deutschlands. Hier werden unter anderem Heidelbeeren, Erdbeeren, Spargel und Bohnen angebaut.

Sieben-Tages-Inzidenz gestiegen

Der Corona-Ausbruch auf dem Spargelhof hatte am vergangenen Wochenende auch Auswirkungen auf die Sieben-Tages-Inzidenz im Landkreis Diepholz. Am Montag lag der Wert bei 132,7 und somit zum dritten Mal über der 100er-Marke. Demnach gelten ab Mittwoch zusätzliche Maßnahmen der Bundes-Notbremse. Diese sieht unter anderem weitere Kontaktbeschränkungen (ein Haushalt plus eine weitere Person) sowie Ausgangsbeschränkungen (von 22 bis 5 Uhr morgens) vor. Schulen unterrichten nun im Wechselunterricht und Kitas dürfen eine Notbetreuung bis zur Hälfte der normalen Auslastung anbieten.

Diffuses Infektionsgeschehen

"Das Problem ist, dass wir ein diffuses Infektionsgeschehen haben", heißt es von Mareike Rein, Sprecherin des Landkreises. Die meisten der Infizierten seien zudem Erntehelfer, die in Sammelunterkünften wohnen würden. Und weil sich der Ausbruch nicht auf einen Arbeitsbereich eingrenzen lasse, seien mehr als 900 Menschen als Kontaktpersonen eingestuft worden. "Wir hoffen, dass wir mit dem Konzept der engmaschigen Testungen und dem sofortigen Separieren der Kontaktpersonen die Ausbreitung sehr schnell eindämmen", teilte der Betrieb Thiermann mit.

Keine Angaben zum Gesundheitszustand

Zum Gesundheitszustand der Infizierten könne der Landkreis allerdings keine Angabe machen. Aber der Arbeitgeber betont: "Die Gesundheit unserer Mitarbeiter, das möchten wir noch einmal betonen, hat höchste Priorität und wir wünschen allen Erkrankten, dass sie schnell und vollständig wieder gesund werden." Die Produktion sei runtergefahren worden. Laut Mareike Rein gebe es erste Hinweise darauf, dass Corona-Maßnahmen nicht eingehalten worden seien. 

Mit Material von dpa und NDR
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