Goldschakal in einem Wald
Anne-Maria Revermann | am

Goldschakal: Neues Raubtier breitet sich in Niedersachsen aus

Goldschakale, kleine Verwandte des Wolfes, erobern Niedersachsen.

Der Goldschakal wird auch in Niedersachsen heimisch. Experten der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Osnabrück empfehlen, die Population des Raubtieres zu beobachten und dazu die Kapazitäten des Wolfsmonitoring zu nutzen, die in den vergangenen Jahren aufgebaut wurden.

Der Goldschakal ist ein Aas- und Allesfresser, verspeist neben Beeren und Früchten auch Insekten, Amphibien, Fische oder kleine Säugetiere. Er wirke sich dezimierend auf den Fuchsbestand aus, so Experten. Der Goldschakal wiederum werde vom deutlich größeren Wolf vertrieben. Weidetierhalter haben laut Experten keinen Grund zur Sorge: Der Goldschakal sei für Schafe bei Weitem nicht so gefährlich wie der Wolf.

Goldschakale stehen unter Schutz

Der Goldschakal darf laut EU-Recht noch nicht gejagd werden, da er als natürlicher Einwanderer geschützt ist. Erst wenn die Population zu groß werde, komme eine Bejagung in Frage - aber dazu müsste es erst einmal genaue Kenntnisse über die Verbreitung in Niedersachsen geben.

Ein Goldschakal ist im Juni 2020 an der Autobahn 7 am Kreuz Hannover-Kirchhorst von einem PKW angefahren und getötet worden. Es handelt dabei bereits um den dritten Nachweis des kleinen Verwandten des Wolfs in Niedersachsen. Zuvor war im Jahr 2015 im Landkreis Cuxhaven der Kot eines Goldschakals nachgewiesen worden. Im Jahr 2017 wurde bei Osnabrück ein Exemplar überfahren.
 

Anzahl Goldschakale in Niedersachsen unbekannt

Die aus Südosteuropa zugewanderten Raubtiere könnten mittlerweile vielerorts in Niedersachsen präsent seien, so ein Wolfsberater der Landesjägerschaft. Wie viele Goldschakale genau zwischen Harz und Nordsee leben, könne man aber nicht einmal annähernd schätzen. Nach Angaben der Landesjägerschaft breiten sich de Raubtiere seit einigen Jahren in Deutschland immer weiter aus. Nachweise habe es in mehreren Bundesländern gegeben.

Die Tiere lebten relativ versteckt. Von Laien würden sie oft mit einem Wolf oder Fuchs verwechselt.

Mit Material von dpa

Beschützer der Schafe vor dem Wolf

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