Ein Wolf.
Ellen Hartmann | am

Hannover: Jäger werden wegen Wolfsabschuss bedroht

Ende April beauftragte die Landesregierung einen Jäger damit, einen Wolf im Burgdorfer Rudel zu erschießen. Seitdem werden nicht nur mehrere Burgdorfer Jäger bedroht und angefeindet…

Angesägte Hochsitze, Beschimpfungen in Sozialen Netzwerken und Gewaltaufrufe gegen namentlich genannte Jäger: seit dem Abschuss eines Wolfes im Burgdorfer Rudel werden Mitglieder der Jägerschaft Burgdorf angefeindet.

Gibt es Konsequenzen?

Laut dem Jägerschaftsvorsitzenden Hans-Otto Thiele prüfe man derzeit auch rechtliche Schritte. „Die Jägerschaft Burgdorf verurteilt diese Handlungen einzelner selbst ernannter Wolfsschützer aufs Schärfste“, sagte er der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ). Angefangen habe alles mit der Mitteilung des niedersächsischen Umweltministeriums, dass ein weiblicher Wolf des Burgdorfer Rudels erlegt worden sei – mit Ausnahmegenehmigung von Minister Olaf Lies.

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Keine "untypischen Jagdtechniken" weitergeben

Genehmigt war nicht nur der Abschuss des Leitrüden, sondern auch der Abschuss eines weiblichen Tieres. Die Abschussgenehmigung des Ministeriums sollte dafür sorgen, dass von den beiden Elterntiere keine „untypische Jagdtechniken“ an Jungtiere weitergeben werden. Bereits seit dem Herbst 2019 hatten sich Übergriffe des Burgdorfer Rudels auf Nutztiere gehäuft. Dabei seien nicht nur Schafe gerissen, sondern auch Rinder und Pferde angegriffen worden.

"Sprossen werden angesägt, damit die Leute abstürzen"

"Brennende Hochsitze wie in Uelzen hatten wir noch nicht", so Thiele gegenüber der HAZ. "Aber Hochsitze werden angesägt oder umgesägt. Oder Sprossen werden angesägt, damit die Leute abstürzen. Da besteht Gefahr für Leib und Leben. Das ist nicht in Ordnung." Laut Thiele gingen auch viele Falschmeldungen um. Den Jägern gehe es nicht um die „Ausrottung“ der Wölfe. Sie würden auch keine "geheimen Wolfsjagden" veranstalten.

Politiker sollen Farbe bekennen

Vielmehr würden Jäger momentan von sogenannten Wolfsschützern an ihrer Arbeit gehindert werden. Dazu zähle auch die Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest (ASP). "Wenn die durch den Wald laufen, weil sie meinen, wir würden illegalerweise Jagd auf Wölfe machen, dann können wir keine Wildschweine schießen", heißt es von Thiele weiter. Daher fordert er mehr Unterstützung von Seiten der Politik: Sie müssten mehr Farbe bekennen. 

Mit Material von HAZ
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