Eine Herde.
Ellen Hartmann | am

Hannover: Mutterkuhherde von Wolf angegriffen

Scheinbar hat es am vergangenen Wochenende in Uetze-Eltze in der Region Hannover einen Wolfsangriff auf eine Mutterkuhherde gegeben. Dabei wurde ein sechs Monate altes Kalb gerissen.

Nicht weit von der B214 entfernt, auf einer Weide, ist am vergangenen Wochenende vermutlich ein sechs Monate altes und 250 Kilogramm schweres Bullenkalb von einem Wolf gerissen worden. Der zuständige Wolfsberater Thomas Behling habe laut der Neuen Presse (NP) bereits DNA-Proben entnommen. 

Spurenlage weist auf Wolfsangriff hin

Allerdings würden die bisherigen Spuren und Funde bereits auf einen Wolfsangriff hinweisen, heißt es von dem Wolfsberater. "Es spricht Vieles dafür, dass es Wölfe waren", so Thomas Behling, Wolfsberater der Region Hannover, gegenüber der NP. Er hatte noch am Tag des Vorfalls vor Ort DNA-Proben genommen und Spuren gesichert. Das getötete Kalb gehört zu einer Mutterkuhherde von 20 Tieren. Entdeckt wurde das Tier am Sonntagmorgen vom Halter gegen acht Uhr bei einer Kontrollfahrt. 

Möglicherweise mehrere Wölfe am Riss beteiligt

Nach Angaben Wolfsberaters könnte es sogar sein, dass der Weidetierhalter die Wölfe bei seiner Kontrollfahrt vertrieben habe. Denn als der Landwirt das gerissene Kalb entdeckt habe, soll es noch warm gewesen sein. Auch die Herde sei noch beunruhigt gewesen. Derzeit gehe der Eltzer Landwirt davon aus, dass die Wölfe seine Herde über die Weide getrieben und solange gewartet hätten, bis ein Tier zurückgefallen sei. So hätten sie das Kalb überwältigen können. "Das Kalb, das sie erwischt haben, war eines der stabilsten", so der Halter. 

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Waren es Wölfe aus dem Burgdorfer Rudel?

Das Bullenkalb habe fast 250 Kilogramm gewogen. Ein Grund, weshalb Behling derzeit davon ausgeht, dass mehrere Wölfe auf der Weide waren. Scheinbar habe die Mutterkuh auch versucht, das Raubtier abzuwehren. "Sie hatte blutige Kratzer am Kopf", erklärt der Eigentümer. Behling habe insgesamt fünf DNA-Proben genommen, die an das niedersächsische Wolfsbüro geschickt worden seien. Ob es wirklich Wölfe waren, stehe wahrscheinlich erst in zwei bis drei Wochen fest, so der Wolfsberater. Er gehe momentan auch davon aus, dass Wölfe des Burgdorfer Rudels an dem Riss beteiligt gewesen sein könnten. Denn zwischen dem Einstand im Burgdorfer Holz und der Weide würden nur zehn Kilometer Luftlinie liegen. 

Ein Wolfsrudel beanspruche meist ein Territorium von rund 25.000 Hektar für seine Jagd, so Behling. Neben dem Rudel im Burgdorfer Holz gebe es aber auch Wölfe rund um Wietze und Lachendorf. Der vom Riss betroffene Landwirt überlege nun, wie er weitere Angriffe auf seine Herde abwehren könne. Bisher sei die Weide durch mehrere Reihen Stacheldraht sowie einer Litze mit Strom geschützt. Nun wolle er ein altes Auto an der Weide platzieren, um die Tiere abzuschrecken. In den Nachtstunden wolle er das Autoradio und die Schweinwerfer anstellen. Zusätzlich sei es in wenigen Wochen auch soweit, die Herde in den Ort zu holen. Die Tiere halte er ganzjährig im Freien: "Nur in den Wochen, in denen die Mutterkühe kalben, kommen sie in den Stall."

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