Ein Fischer überprüft sein Netz am Steinhuder Meer
Christel Grommel | am

Hannover: Stellnetz-Fischerei am Steinhuder Meer bleibt erlaubt

Die Fischerei mit Stellnetzen im Steinhuder Meer bleibt trotz der Kritik des Naturschutzbundes Nabu erlaubt.

Das teilte das niedersächsische Umweltministerium in einem Schreiben mit. Die Genehmigung habe Bestand und ein Verbot sei "unangemessen". Diese Einschätzung vertrete auch das Landwirtschaftsministerium.

Der Naturschutzbund (Nabu) hatte die Region Hannover zu Jahresbeginn aufgefordert, die Fischerei mit Stellnetzen am Steinhuder Meer zu stoppen. Die Fischerei sei auch mit umwelt- und vogelfreundlichen Fangmethoden möglich.

Das Steinhuder Meer ist rechtlich ein Schutzgebiet. Mit Stellnetzen wird dort seit den 1950er Jahren gefischt. Einem im November 2019 von der Region Hannover erteilten Bescheid zufolge widerspricht das Fischen mit Stellnetzen nicht den Zielen der Vogelschutzrichtlinie. 

Die Region Hannover habe im Bescheid zusätzliche Bestimmungen berücksichtigt, die eine potenzielle Gefährdung von Wasservögeln verhindern sollen. Umwelt- und Landwirtschaftsministerium hielten eine Begleituntersuchung zum Beifangrisiko für Wasservögel für geboten.

Der Nabu bezeichnete die Auflagen als "weitgehend unwirksame Scheinauflagen". Im Winter hielten sich demnach die meisten Wasservögel auf dem See auf, die sich in den großen Netzen verheddern können. Vor etwa einem Jahr seien innerhalb von drei Tagen ein Stern- und ein Haubentaucher gefangen worden. Nach Protest der Naturschützer wurden die Netze damals wieder abgebaut.

Mit Material von dpa

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