Wolf im Wald
Christel Grommel | am

Hannover: Umweltminister Lies erhält Morddrohungen

Wegen der Abschussgenehmigung für den Rodewalder Wolf hat Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies Morddrohungen erhalten. Die Polizei ist eingeschaltet worden.

Der geplante Abschuss des Rodewalder Wolfs sorgt für unschöne Ereignisse. Minister Lies wird von selbst ernannten Wolfsschützern mit dem Tode bedroht. Entsprechende Drohungen und Anfeindungen gibt es sowohl gegen Lies selbst als auch gegen Jäger allgemein. Das bestätigte das Ministerium am Freitag. 

Eine Fotomontage mit dem Titel "Holocaust in unseren Wäldern" zeigte den Eingang zum KZ Ausschwitz mit der Aufschrift "Jagd macht frei", in Anlehnung an den zynischen Satz "Arbeit macht frei" der Nazis. 

Gegenüber der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung sagte Lies: "Einfach nur noch geschmacklos und geradezu entsetzlich, wie selbst ernannte Wolfsschützer mit dem Schicksal von über einer Million Menschen umgehen, die in Auschwitz ihr Leben gelassen haben." Die Polizei ist laut Bericht der Zeitung eingeschaltet.

Rodewalder Wolf erhitzt die Gemüter

Hintergrund ist, dass der Leitwolf des Rodewalder Rudels abgeschossen werden soll. Die Suche nach dem Wolf läuft seit einem Jahr erfolglos. Die Abschussgenehmigung wird immer wieder um jeweils einen Monat verlängert, juristisch stützt sich diese Genehmigung auf den Riss mehrerer geschützter Rinder. 

Aufgrund dieser Genehmigung hatte es schon Anfang 2019 Drohungen gegeben, so dass der Wolfsberater im Landkreis Nienburg vom Umweltministerium abberufen wurde. 

Mit Material von dpa

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