Gallowayrind auf Weide
Janina Schuster | am

Hannover: Zwei Wolfsrisse in 24 Stunden auf derselben Weide

Zwischen Uetze und Katensen in der Region Hannover fielen zwei junge Galloway-Rinder den Wölfen zum Opfer. Diese kamen innerhalb von 24 Stunden zwei Mal auf ein und dieselbe Weide.

"Es spricht alles dafür, dass es auch in diesem Fall ein Wolf war", sagte Thomas Behling, Wolfsberater der Region Hannover. Der erste Wolfsriss fand in der Nacht zu Freitag statt. Dort bemerkte am Freitagmorgen ein Spaziergänger einen Wolf. Im Burgdorfer Holz lebt seit einigen Jahren ein Wolfsrudel. Beerbusch grenzt direkt an. Dort befindet sich auch die Weide, auf der die Risse innerhalb von 24 Stunden stattfanden. Sie war nicht gesondert gegen Wölfe gesichert. Behling schickt nun erneut DNA-Proben zur Untersuchung an das niedersächsische Wolfsbüro. Der Experte sei überrascht angesichts des großen Nutzungsgrades bei den gerissenen Rindern.

42 Kilometer langer Wolfszaun wäre nötig

Die Galloways gehörten Hobbyrinderzüchter André Wilhelm. Vor einem halben Jahr erst hat er sich drei Jungtiere zugelegt. Zwei von ihnen sind nun tot. Das erste Kalb wog 140 Kilogramm und wies einen Kehlbiss auf. Das zweite Jungtier war bereits etwas größer und wog etwa 300 Kilogramm. Tim Bode ist der Sohn des Landwirts, auf dessen Fläche die Tiere weiden. Er fordert für die Nutztiere einen besseren Schutz. "Um unsere Weiden zu selbst zu schützen, müssten wir einen rund 42 Kilometer langen Wolfszaun aufbauen", sagt er. Für die Unterhaltungsmaßnahmen eines solchen Zaunes müssten sie eine Vollzeitkraft einstellen. Bode sei nicht für eine Ausrottung der Wölfe. "Die Wölfe sind jetzt hier, und damit müssen wir uns zurechtfinden. Aber wir müssen auch unsere eigenen Tiere schützen. Wir fragen uns, ob wir die Tiere in Zukunft noch draußen halten können.“

Ausnahmegenehmigung für Abschuss lag bereits vor

Wenn ein per DNA zweifelsfrei identifizierter Wolf besonders oft Nutztiere gerissen hat, kann er mittels Ausnahmegenehmigung des Umweltministeriums zum Abschuss freigegeben werden. Im Falle des Burgdorfer Rudels lag eine solche Genehmigung bereits vor, die jedoch im April vorläufig außer Kraft gesetzt wurde. "Die Elterntiere des Rudels waren im vergangenen Jahr für viele Risse verantwortlich und wurden zum Abschuss freigegeben", sagt Behling. Im Raum des Burgdorfer Rudels sei dann im April auch ein Tier geschossen worden. Es handelte sich nicht um die Elterntiere. Dennoch wollte man anschließend abwarten, ob die Übergriffe aufhören. Fürs Erste taten sie das.

Hobbyrinderzüchter Wilhelm wird vom Land Niedersachsen vermutlich Schadenersatz bekommen.

Mit Material von NP
imago0091891872h.jpg
Produkte entdecken

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✓ Artikel merken und teilen

✓ exklusiv: Video und Audio

✓ Familienzugang

✓ 1 Tag früher informiert

Digitale Ausgabe

✓ Artikel merken und teilen
✓ exklusiv: Video und Audio
✓ Familienzugang
✓ 1 Tag früher informiert

Mehr zu diesem Thema

 
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Unkraut einfach weglasern - neue Möglichkeiten in der Landwirtschaft
  • Der Putenmarkt reagiert drastisch auf hohe Futterkosten und niedrige Erlöse
  • Das Winterprogramm der Niedersächsischen Landjugend ist da!
  • Investoren bedrängen Landwirte: Freiflächen-Photovoltaik

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen