Bei Feldhasen in Niedersachsen wurde die Hasenpest nachgewiesen.
Laura Schneider | am

Hasenpest in Niedersachsen nachgewiesen

Das LAVES hat zwei Fälle von Hasenpest in der Region Hannover bestätigt. Das sollten Sie über die Krankheit wissen.

Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) hat bei zwei toten Feldhasen in der Region Hannover eine Infektion mit der Hasenpest nachgewiesen.

Hasenpest oder Tularämie gehört zu den Zoonosen. Es handelt sich also um eine Infektionskrankheit, mit der sich auch Menschen anstecken können. Verursacht wird sie durch Bakterien der Art Francisella tularensis.

Nachweis der Hasenpest in Deutschland nicht ungewöhnlich

In Deutschland kommt die Krankheit heute nach Angaben des LAVES vergleichsweise selten vor. Im vergangenen Jahr hat das Landesamt in Niedersachsen 123 Feldhasen auf den Erreger untersucht und 21 Fälle nachgewiesen.

Im Jahr 2021 wurden bisher 15 Tiere untersucht, von denen zwei positiv waren. Laut Pressesprecherin Hiltrud Schrandt vom LAVES ist die Entwicklung bisher nicht ungewöhnlich. Eine Seuche sei nicht zu erwarten.

Infektionsrisiko auch für Menschen

Für die Übertragung vom Tier auf den Menschen gibt es laut LAVES verschiedene Möglichkeiten:

  • Unmittelbarer Kontakt mit einem infizierten Tier,
  • Zubereitung und Verzehr von nicht genügend durchgegartem Fleisch (in tiefgekühltem Wildbret bleiben die Erreger über Monate hinweg ansteckend, beim Braten werden sie zuverlässig abgetötet)
  • oder auch Inhalation erregerhaltigen Staubes oder kleiner Tröpfchen sowie durch Zecken und Stechmücken.

Das Krankheitsbild beim Menschen sei vielschichtig. Nach wenigen Tagen könnten grippeähnliche Symptome mit Fieber, Lymphknotenschwellung, Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfall oder Erbrechen auftreten. Bei Infektionen über kleinste Hautwunden seien auch schlecht heilende Geschwüre möglich.

Tote Hasen nicht berühren

Bei Hasen führt die Krankheit innerhalb weniger Tage zum Tod. Wenn Sie einen toten Hasen finden oder ein Tier, das wenig oder kein Fluchtverhalten zeigt, sollten Sie dieses auf keinen Fall berühren. Das LAVES rät, in diesem Fall den örtlichen Revierinhaber oder die Polizei zu informieren.

Auch Hunde können sich mit Hasenpest infizieren, erkranken und die Erreger auf Menschen übertragen. Sie sollten deshalb ebenfalls keine toten oder möglicherweise infizierten Tiere berühren. Zu den Symptomen bei Hunden zählen Appetitlosigkeit, Fieber und eine Schwellung der Lymphknoten.

Mit Material von Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
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