Künstlerin Stefanie Klymant zeigt Bilder mit Haustieren und Nutztieren.

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Johanna Ritter | am

Vom Kuhstall zum Kunststall

Stefanie Klymant aus dem Heidekreis erweckt Tiere auf ihrer Leinwand zum Leben. Neben Exoten aus aller Welt schlägt ihr Künstlerherz besonders für vom Aussterben bedrohte Haustier- und Nutztierrassen.

Derzeit genießen Ungarische Zackelschafe ihren viermonatigen Wohnortwechsel auf den weitläufigen Weiden hinter der fünfhundertjährigen Hofstelle, die Stefanie und Axel Klymant ihr Eigen nennen. Seite an Seite mit den zum Anwesen gehörenden Eseln Priscilla und Emil sowie einer Gruppe Waliser Schwarznasenschafen wird es den Neuankömmlingen mit ihrem korkenzieherartig gedrehtem Gehörn nicht langweilig. Doch nicht nur zur Erholung kamen die Zackelschafe. Sie haben einen besonderen Auftrag. Sie stehen Model für Künstlerin Stefanie Klymant, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, vom Aussterben bedrohte Haus- und Nutztierrassen in Öl auf Leinwand festzuhalten.

Mit Tieren aufgewachsen

Mit der Staffelei auf der Wiese an der Hofstelle: Stefanie Klymant bei der Arbeit.

„Ich bin mit Landwirtschaft aufgewachsen. Mein Vater war Verwalter eines landwirtschaftlichen Betriebszweiges eines Großunternehmens in Soltau. Dort gab es Kühe, Pferde, Esel, Hühner, Schweine, Schafe und andere Tiere. Mir ist die Tierliebe sozusagen in die Wiege gelegt worden.“, erinnert sich die freischaffende Künstlerin. Dass Stefanie Klymant sich einmal als freischaffende Künstlerin selbständig machen sollte, lag nach ihrer Schulzeit noch in weiter Ferne. Zuvor startete sie mit der Ausbildung zur Industriekauffrau in ihr Berufsleben und arbeitete achtzehn Jahre in diesem Beruf. Doch während dieser langen Zeit waren die Malerei und die Tiere immer in ihren Gedanken. Daher wagte sie schließlich den Schritt in die Selbständigkeit.

„Ich wollte mir nicht irgendwann vorwerfen, mich nicht verwirklicht zu haben“, erklärt sie Lehrgänge und Fortbildungen bei einer russischen Künstlerin ebneten ihr schließlich den Weg zur Aufnahme in den Bundesverband Bildender Künstler- und Künstlerinnen im Jahr 2011, was für sie einen Meilenstein in ihrer freischaffenden Tätigkeit darstellte. Seitdem hat Stefanie Klymant nicht nur eine horrende Anzahl an Pinselstrichen ausgeführt und ihre gefiederten oder pelzigen Freunde auf die Leinwand gezaubert, sondern sie bereiste auf dem Luxuskreuzfahrtschiff MS Europa viele Teile der Welt und gab Ausstellungen und Malkurse an Bord. Die Einblicke in die bedrohte Tierwelt, die sie auf diesen Reisen gewann, hielt sie bildlich fest - vom toskanischen Edelschweinen, weißen Barockeseln, thailändischen Elefanten bis hin zu asiatischen Wasserbüffel und indonesische Orang-Utans.

Der ehemalige Kuhstall erstrahlt in neuem Licht

Vor drei Jahren war die Zeit reif für Neues. Stefanie Klymant und Ehemann Axel, der als Forstwirtschaftsmeister bei der Bundesforst tätig ist, beschlossen eine alte Hofstelle in Düshorn zu erwerben und mit neuem Leben zu füllen. Der ehemalige „Höllershof“ wurde von rechts auf links gedreht. Insgesamt zweieinhalb Jahre nahm der Umbau in Anspruch. Vierzehn Monate dauerte allein der Umbau des Kuhstalls, in dem einst 27 Kühe und zwei Pferde untergebracht waren. Der Kuhstall wurde zum Kunststall und bei genauem Hinschauen ist seine Vergangenheit immer noch auffindbar. Viele Stallutensilien fanden eine neue Bestimmung. So dient ein Milcheimer nun als Abfalleimer, Kuhtränken wurden zu Lampenschirmen, Kuhketten zu Handtuchhaltern. Und mittendrin hängen, stehen und liegen klein- und großformatige Ölbilder. So viele verschiedene Tiere hat der alte Kuhstall seinen Lebtag nicht zu Gesicht bekommen. Hennen und Hähne, Schafe und Rinder, Ponys und Esel und viele andere vom Aussterben bedrohte Tiere. Die Bilder sollen den Betrachter einerseits zum Schmunzeln anregen, andererseits die bedrohten Tierarten ins Bewusstsein bringen. „Denn wenn eine Tierart erstmal verschwunden ist, verlieren wir ein Stück Vielfalt und Farbigkeit und manche Region einen Teil ihrer Identität“, so Künstlerin Stefanie Klymant.

Stallgedöns verwendet

Tiere und Kunst vereint! „Wann bin ich denn endlich dran?“, fragt sich das Schwarznasenschaf und bringt sich in Pose.

Im Kunststall ist die Kuhstallvergangenheit bei genauem Hinschauen immer noch auffindbar. Viele Stallutensilien fanden eine neue Bestimmung. So dient ein Milcheimer aus Emaille nun als Abfalleimer, Kuhtränken wurden zu Lampenschirmen, Kuhketten zu Handtuchhaltern, verrostete Schraubenschlüssel zu Türriegeln. Früher und heute gehen Hand in Hand. Nichts ist überflüssig, nichts soll in Vergessenheit geraten. Und mittendrin hängen, stehen und liegen klein- und großformatige Ölbilder. So viele verschiedene Tiere hat der alte Kuhstall seinen Lebtag nicht zu Gesicht bekommen. Hennen und Hähne, Schafe und Rinder, Ponys und Esel und viele andere vom Aussterben bedrohte Tiere. Beim Malen verfolgt die Künstlerin eine eigene Mission. Die Bilder sollen den Betrachter einerseits zum Schmunzeln anregen, andererseits die bedrohten Tierarten ins Bewusstsein bringen. „Denn wenn eine Tierart erstmal verschwunden ist, verlieren wir ein Stück Vielfalt und Farbigkeit und manche Region einen Teil ihrer Identität“, so Künstlerin Stefanie Klymant.

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