Tierpräparatorin-Doris-Gottschalk-Schädel

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Johanna Ritter | am

Mardorf: Zweites Leben durch Präparation

Täuschend echt! Ob Rotfuchs, sibirisches Feuerwiesel oder Dachs - Präparatorin Doris Gottschalk haucht in ihrer Werkstatt Tieren aus aller Welt neues Leben ein.

Doris Gottschalk aus Mardorf in der Region Hannover hat sich der Arbeit am toten Tier verschrieben. Seit vierzehn Jahren bringt sie Leben in kaltes Gefieder oder Fell und lässt Tiere täuschend lebendig aussehen. „Tiere sind meine Leidenschaft“, sagt die gelernte Tierpflegerin, die von Kindesbeinen an mit einem Leben mit und für die heimischen Tiere aufgewachsen ist. „Mein Vater war Förster. Von ihm habe ich schon früh viel über Tiere und ihre Lebensweisen gelernt. Insbesondere, wenn ich mit ihm zusammen auf die Jagd gegangen bin“, sagt die Präparatorin, die heute selbst Jägerin ist.

Für Privatpersonen und Museen

Tierpräparatorin-Doris-Gottschalk-Rotfuchs

Gelernt hat sie ihr Handwerk bei einem Präparator in der Region Hannover. Neben Auftragsarbeiten von Privatpersonen, präpariert sie Tiere für unterschiedliche Museen. So steht das Bodensee-Naturmuseum in Konstanz, sowie das Stadtmuseum Radolfzell in ihrem Portfolio. Die Arbeit für die Museumspädagogik macht ihr besonders viel Freude. „Tierpräparate, die extra für Kinder zum Anfassen gemacht sind, müssen stabil sein, damit sie lange halten“, erklärt sie. Die zu präparierenden Tiere stammen aus Deutschland, der Schweiz, Finnland, Tschechien, Österreich und aus afrikanischen Regionen.

Von Rothirsch bis Zwergmaus

Angefangen von heimischen Tieren, verlieh sie auch schon selten gesehenen Geschöpfen ein zweites Leben. So legte auch ein sibirisches Feuerwiesel einen Zwischenstopp in Mardorf ein. Das bisher größte Tier, dem sich die Präparatorin bisher widmete, war ein 26-Ender Rothirsch. Das kleinste war eine Zwergmaus. 

Schädel aus Polyurethan-Schaum nachgebildet

Derzeit ist die Präparatorin mit der Wiederherstellung eines Rotfuchses beschäftigt. Hierbei wird die Schädelform mit Polyurethan–Schaum nachgebildet. Die Knochen der Vorder- und Hinterbeine bleiben erhalten. Oberbeine und Rumpf werden mit Draht nachgeformt. Umwickelte Holzwolle gibt dem Körper seine Form. Das Fell, das die Präparatorin zu Beginn selbst abgezogen und gesalzen, vom Gerber waschen und gerben ließ. Die anfänglich aus Konservierungsgründen von der Präparatorin gespaltenen Ohren, Nase und Lippen werden in ihre Ursprungsform zurückversetzt und die passenden Augen, aus Kunststoff oder Glas werden ausgewählt.

Mit Pinsel und Airbrush

Bevor die Präparation in die mehrwöchige Trocknungsphase geht, legt Doris Gottschalk ihr Augenmerk noch auf die Farbgebung des Tieres. Mit Pinsel oder Airbrushtechnik trägt sie Acrylfarbe auf und stellt das Exponat wieder originalgetreu her. Doris Gottschalk bekommt die Tiere komplett geliefert, verwendet für die Präparation jedoch nur die Haut mit Fell bzw. Gefieder und vereinzelt Knochen. Der Rest wird regelmäßig von der Tierkörperbeseitigung abgeholt.

Zwischen 160 bis 380 Euro

Tierpräparatorin-Doris-Gottschalk-Rehbock

Derzeit sind in der Werkstatt verschiedene Exponate zu sehen. So warten noch zwei Kopf-Schulter-Präparate zweier Rehböcke auf Abholung, ein Dachs verharrt in seiner Bewegung auf dem Podest, eine Schnepfe steht steif im Moosbett. Währenddessen ein Kopf-Schulter-Präparat eines Rehbocks mit 380 Euro in die Hände eines Liebhabers wechselt, kann eine Schnepfe schon für 160 Euro erworben werden. 

Was Doris Gottschalk mit dem "Würger vom Lichtenmoor" zu tun hat und welches besondere Tier momentan noch auf eine Präparation wartet, lesen Sie in der digitalen Ausgabe der LAND & FORST.

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