Wolf im Wald
Anne Voß | am

Nienburg: Abschussgenehmigung für Rodewalder Wolf wieder verlängert

Die Genehmigung zum Abschuss eines Wolfes im Landkreis Nienburg ist abermals um einen Monat bis Ende Januar verlängert worden. Wie das niedersächsische Umweltministerium mitteilte, wird weiter mit Hochdruck versucht, den Wolf zu lokalisieren und zu töten.

Seit knapp einem Jahr versuchen Spezialisten im Auftrag des Ministeriums ergebnislos, den Rodewalder Rüden zu erlegen. Dies hat nicht nur zu immensen Kosten, sondern auch zu Missmut bei der örtlichen Bevölkerung und dem Ministerium geführt. Wie das Ministerium betonte, besteht weiterhin die Gefahr, dass der Rüde erneut Nutztiere angreift und andere Wölfe ihm das Überspringen von Schutzzäunen abschauen. Das Revier des Rudels erstreckt sich auf Teile des Landkreises Nienburg, des Heidekreises und der Region Hannover.

Sonderfall Rodewalder Rüde

Wölfe sind artenschutzrechtlich streng geschützt. Der Rodewalder Rüde darf abgeschossen werden, weil er wolfsabweisende Zäune überwunden und Rinder in einer Herde angegriffen hat. Umweltminister Olaf Lies (SPD) will im Frühjahr eine Verordnung auf den Weg bringen, die das Abschießen aggressiver Wölfe erleichtern soll. Vor allem soll die Jägerschaft damit eine Rechtsgrundlage erhalten, Wölfe aus problematischen Rudeln zu jagen. Insgesamt wurden in Niedersachsen bereits 23 Rudel nachgewiesen, wie die Sprecherin mitteilte. Dazu kamen noch sechs Wolfspaare und ein territoriales Einzeltier. Damit geht das Ministerium von rund 230 Wölfen in Niedersachsen aus.

Wölfe kosten das Land rund 1 Mio Euro

Die Wölfe im Land haben Niedersachsen im vergangenen Jahr fast eine Million Euro gekostet. So wurden für Schutzmaßnahmen bis Mitte Dezember rund 736 000 Euro ausgegeben, wie eine Sprecherin des Umweltministeriums in Hannover mitteilte. Für sogenannte Billigkeitsleistungen, die ohne Rechtsanspruch ausgezahlt wurden, kamen knapp 31 000 Euro dazu. Außerdem gab der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) für das Wolfsmanagement etwa für DNA-Analysen bis dahin fast 225 000 Euro aus.

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