Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast spricht zum Neujahrsauftakt in Hannover
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Otte-Kinast: Gesellschaft und Landwirtschaft vereinen

2020 sei ein Jahr der Entscheidung, betonte Barbara Otte-Kinast beim ersten agrarpolitischen Neujahrsauftakt in Hannover.

Ein Gesellschaftsvertrag mit Gesprächen auf Augenhöhe, Meinungsaustausch und gegenseitigem Vernetzen: Das ist ein agrarpolitisches Ziel für 2020 in Niedersachsen. Agrarministerin Barbara Otte-Kinast stellte ihre Pläne heute (10. Januar) beim ersten agrarpolitischen Neujahrsauftakt in Hannover vor. Vor mehr als 50 Gästen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen erklärte sie, dass das neue Jahr für Landwirte ein Jahr der Entscheidung sie.

Die Landwirtschaft befinde sich in einem schwerwiegenden Umwälzungsprozess. Dieser sei in Form und Umfang völlig neu. Um den Prozess aktiv mitzugestalten, rief sie ihre dazu auf, gemeinsam alle Kräfte zu mobilisieren.

Otte-Kinast: Gesellschaftsvertrag als Ziel

„Ich habe mir einen Gesellschaftsvertrag als Ziel gesetzt, um die Landwirtschaft und die Gesellschaft wieder miteinander zu vereinen“, kündigte Ministerin Otte-Kinast an.

Mit Blick auf die Schlepperdemos und Bauernproteste zitierte Ministerin Otte-Kinast Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: „So viel Streit war lange nicht!“ Streit an sich könne konstruktiv sein. Sie habe allerdings das Gefühl, dass die Lauten immer lauter werden und die Mehrheit sich stumm abwendet. „So schlagen wir keine Brücke zur Gesellschaft. Die Gesellschaft ihrerseits aber auch nicht zur Landwirtschaft“, erklärte Ministerin Otte-Kinast.

Um beide Ebenen zu vereinen, benötige man Antworten auf die Fragen: Welche Landwirtschaft will die Gesellschaft überhaupt? Welche Erwartungen hat die Gesellschaft an unsere Landwirtschaft? Was ist sie bereit, für die Umsetzung ihrer Forderungen zu bezahlen? Und welches Angebot machen die Landwirte selbst?

Ackerbaustrategie als wichtiger Baustein

Ein wichtiger Baustein sei die Niedersächsische Ackerbaustrategie, an der bereits gearbeitet wird. Ziel ist es, die gesellschaftlichen Erwartungen an die Pflanzenproduktion mit dem Wunsch nach einer zukunftsfähigen heimischen Landwirtschaft und den Einkommensinteressen der Landwirte unter einen Hut zu bekommen.

„Dabei werden wir auch an Reduktionszielen, namentlich im Bereich Pflanzenschutz, nicht vorbeikommen“, erklärte die Ministerin.

Transformation durch öffentliche Mittel

Ein weiteres Thema sei die Zukunft der Tierhaltung. „Die Erwartungen der Menschen an den Umgang mit den Tieren sind hoch. Gleichzeitig lastet auf den Betrieben ein enormer wirtschaftlicher Druck“, stellte Ministerin Otte-Kinast fest. Die Zahlungsbereitschaft für mehr Tierwohl an der Ladenkasse ist sehr begrenzt. Das passt so alles nicht mehr zusammen.

Ihr Vorschlag für eine Transformation sei eine Finanzierung aus öffentlichen Mitteln. Als Vorbild für einen gelungenen Gesellschaftsvertrag führte die Ministerin die ökologische Landwirtschaft an. „Gesellschaftliche Erwartungen an Nachhaltigkeit und bäuerliche Einkommensinteressen werden hier in Einklang gebracht“, erklärte Otte-Kinast.

Die Ministerin rief dazu auf, die Opferhaltung zu verlassen, als Landwirtschaft zur Problemlösung beizutragen und die darin liegenden Chancen zu ergreifen.

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