Mann neben Schweinehälften familiäre Schlachterei
Christel Grommel | am

Regional und familiär: Wurst aus Holzminden

In den letzten Wochen gab es aus der Fleischbranche wenig gute Nachrichten. Anders bei Familie Saudhof aus Mainzholzen im Landkreis Holzminden: Hier wird im Familienbetrieb regional und mit hoher Qualität erzeugt.

Familie Saudhof hat einen Mast- und Schlachtbetrieb. Die Schlachterei ist eine der modernsten in Südniedersachsen. 

Sohn Hannes ist landwirtschaftlicher Betriebswirt und Meister im Fleischerhandwerk. Vor zwei Jahren übernahm er die Verantwortung im elterlichen Betrieb. Für die Familie stand fest: Die Schweine bleiben vor Ort. "Unsere Schweine verlassen den Landkreis nicht – alles nah am Ort, das ist unser Konzept. Deshalb haben wir 2019 den Schritt zum Neubau der Wurstproduktion mit modernstem Baumaterial gewagt. Wir machen weiter, um zukünftig Schweinemast, Ackerbau und Wurstproduktion im Landkreis Holzminden betreiben zu können."

 

Geschätzte Qualität

Das kommt gut an bei den Kunden: "Unsere Mettwurst und unser Mainzholzener Knüppel sind die Renner neben all den anderen Wurstsorten. Wir verarbeiten das ganze Schwein, also auch die Edelstücke, in unserer Wurst und lassen unsere 200 Schweine auf Stroh schwerer werden als üblich", sagt Birgit Saudhof.

An der B 64 betreibt sie "Birgit´s Bauernladen". Kunden aus einem Umkreis von 80 km schätzen die hochwertigen Waren. Es gibt dort auch Eier, Kartoffeln, Nudeln, Spargel oder Wein von persönlich bekannten Erzeugern. Die Fleisch- und Wurstwaren machen aber auch weitere Wege - Saudhofs beliefern befreundete Verkäufer und verschicken die Wurst deutschlandweit und auch nach Österreich und in die Schweiz.

 

Alles kompakt an einem Ort

Bei Familie Saudhof ist alles kompakt an einem Ort. Der ursprüngliche Hof dient nicht nur als Laden, sondern hat auch Kühl-, Reife- und Räucherräume. Hier hängen die Würste vier bis sechs Wochen und erhalten den besonderen Geschmack.

Die Schweine werden in einem modernen Außenklimastall aus dem Jahr 2000 gehalten. Hier werden die Schweine auf Stroh bis zu einem Gewicht von drei bis vier Zentner mit Getreide aus eigenem, pfluglosem Anbau ein Jahr gemästet.

"Das war früher für ein Schwein ein ganz normales Gewicht, heute gehen sie mit 100 Kilo zum Schlachthof", erklärt Birgit Saudhof, die bei der Landwirtschaftskammer als Wirtschaftsberaterin tätig war. Schon die Ferkel kommen aus der Region: Der Erzeuger ist nur zehn Kilometer entfernt. 

Freitags gehen zehn Schweine zum 25 Kilometer entfernten Genossenschaftsschlachthof Holzminden. Montags stellen dann die Fleischergesellen Bernd Weper und Andreas Kraft fachmännisch unter modernsten Hygienestandards nach alten Rezepten Würste, Dosenwurst und in der Saison Grillsteaks in gläserner Produktion her.

Damit treffen sie einen Nerv: "Die Kunden wollen wissen, woher die Ware kommt, wie sie produziert wird. Wir machen es so, wie schon früher Wurst gemacht wurde – traditionell und bäuerlich", sagt Hannes Saudhof. Er sieht seinen Bauernladen für die Zukunft gut aufgestellt. 

Mit Material von Landvolk Niedersachsen

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