Wolf auf einer Lichtung
Meinung | Maren Diersing-Espenhorst | am

Rodewalder Problemwolf: Den Schuss nicht gehört

Eigentlich sollte der Rodewalder Problemwolf längst tot sein… eigentlich! Ein Kommentar von Maren Diersing-Espenhorst.

Moin liebe Leserinnen und Leser, da hat wohl jemand den Schuss nicht gehört, den Rodewalder Problemwolf hat er auf jeden Fall nicht getroffen. Über 83.000 Euro hat der Versuch, diesen Wolfsrüden zu erlegen, das Land Niedersachsen bereits gekostet.

Allein die Personalkosten belaufen sich auf stattliche 31.628,76 Euro – wohl gemerkt für etwa fünf Monate. Hinzu kommen 48.201,64 Euro für einen Dienstleister. Wofür diese Summe exakt bezahlt wurde? Keine Ahnung.

Wir dürfen spekulieren – anscheinend ist es eine Art Fährtenleser, der helfen soll, das Tier zu finden. Das Niedersächsische Umweltministerium selbst äußert sich zu dem genauen Vorgehen nicht. Na gut, ich hoffe auch, dass sie wissen, wofür das Geld verwendet wurde und darüber keine Spekulationen anstellen müssen.

Seit Januar ist Wolf zum Abschuss freigegeben

Aus dem Amt heißt es nur, das Land hätte sicherzustellen, dass der richtige Wolf getötet werde. Das Tier müsse nicht unbedingt mit einem Schuss zur Strecke gebracht werden. Wie auch immer der Wolf gefasst werden soll, einfach scheint es nicht zu sein. Seit Januar ist er zum Abschuss freigegeben. Die Genehmigung wurde ein ums andere Mal verlängert und läuft nun erst einmal bis Ende August weiter.

Rüde tötete etwa 40 Nutztiere

Ob der Rüde bis dahin erlegt wird? Wir dürfen gespannt sein. Wären wir in England, würden wahrscheinlich Wetten auf oder gegen den Wolf mit dem Spitznamen Roddi gesetzt werden. Im Moment würde ich eher auf den Wolf setzen – und das ist alles andere als lustig gemeint.

Der Rüde ist nachweislich für die Tötung von etwa 40 Nutztieren verantwortlich. Darunter sind meist Schafe, die teilweise wolfsabweisend eingezäunt waren, aber auch Rinder, Ponys und ein Alpaka, heißt es auf der Internetseite des Umweltministeriums.

Das ist für die Landwirte nicht nur ein wirtschaftlicher Verlust, der verkraftet werden muss, sondern auch eine psychische Belastung. Es ist furchtbar, morgens auf die Weide zu kommen und zerfetzte Kadaver vorzufinden.

Viel Geld für fruchtlose Jagd

Die erfolglose Jagd hat mehr gekostet als die Entschädigung der Landwirte, wie ein politischer Vertreter kritisierte. Aber genau da sehe ich einen Fehler, denn entschädigt wird ausschließlich der wirtschaftliche Verlust. Weitere, im Nachhinein entstehende Kosten werden nicht erstattet.

Landwirte und Tierhalter zahlen also einmal mehr für den Natur- und Artenschutzwunsch anderer Teile der Gesellschaft, während irgendwelche Personen viel Geld für eine fruchtlose Jagd erhalten und das ist nicht fair.

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