Pastor und Landwirt auf dem Feld
Christel Grommel | am

Schaapsen: Der Pastor hütet die Schweine

Das Wort Pastor bedeutet Hirte – Pastor Florian von Issendorff konnte bei der Aktion „Pastor trifft Bauer“ einen Tag lang beweisen, wie es um seine entsprechenden Qualitäten steht.

„Das war spannend und relativ entspannt.“ Florian von Issendorff ist dankbar, dass „nicht gleich die Mistgabel auf mich gewartet“ hat. Der Pastor hat einen Tag beim Landwirt Gerd Schierloh in Schaapsen mitgearbeitet. Die beiden bildeten das zweite Tandem der Aktion „Pastor trifft Bauer“. Das Landvolk Mittelweser und der Kirchenkreis Syke-Hoya haben die Aktion initiiert.

Der Pastor muss mit anpacken

Der Pastor lernt den Arbeitsalltag eines Landwirts kennen – aus eigener Anschauung, indem er tatkräftig mit anpackt. Dabei ging es schon mit richtigen Aufgaben zur Sache: Bodenproben aus dem Acker entnehmen und Ferkel von einem Stall in den nächsten umtreiben standen auf dem Programm.

Die Bodenproben waren für ihn leichter zu handhaben als die Schweine: „Die Schweine waren beim Umtreiben ganz schön widerspenstig.“ Issendorff musste wie ein Luchs aufpassen, dass keines der Ferkel stiften ging.

High-Tech beim Bauern

Bei seinem Tandem-Partner Schierloh lernt der Pastor aus Bruchhausen-Vilsen viel über Schweinehaltung. In drei Ställen hält der Landwirt 5.000 Mastschweine und bestellt dazu noch seine Äcker. Die zahlreichen Aufgaben bewältigt er mit der Hilfe von zwei Festangestellten und zwei Aushilfen. Beeindruckt war Florian von Issendorff von der Technik in den Ställen: „Da steckt ganz schön viel High-Tech hinter der Fassade.“

Im Gespräch zu bleiben ist wichtig

Landwirt und Pastor kennen sich nicht nur aus der „Pastor trifft Bauer“-Aktion. Schierloh engagiert sich ehrenamtlich im Vorstand der Kirchengemeinde Bruchhausen-Vilsen. Ohnehin seien Kirche und Landwirtschaft nicht ohne Berührungspunkte, da die Kirche oft die Verpächterin landwirtschaftlicher Flächen sei. Auch deshalb sei es wichtig, sich auszukennen und im Gespräch mit den Landwirten zu bleiben, findet der Pastor.

Gerade aufgrund dieser Gemeinsamkeiten findet von Issendorff es spannend, den Arbeitsalltag des Landwirts kennenzulernen. Dabei gab es einen guten Eindruck von der Realität, bilanziert er: „Ich glaube, dass ich hier einen sehr repräsentativen Einblick in die Landwirtschaft erhalten habe. Mit Bauernhofidylle auf dem Land hat das natürlich weniger zu tun – eher mit harter Arbeit unter nicht immer einfachen Rahmenbedingungen.“

Mit Material von Landvolk Mittelweser (Regine Suling)

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