Pastor Norbert Kubba
Madeline Düwert | am

Schaumburg: Ein Kirchengruß vom Acker

Corona-Zeit heißt Distanz. Dem Pastor Norbert Kubba aus Sachsenhagen bei Schaumburg kam da eine Idee: Er verschickt seine Kirchengrüße jetzt per Video. Die Themen dafür findet er im Alltag, auch in der Landwirtschaft.

Herr Kubba, in einem Ihrer Videos sprechen Sie über die Situation der Landwirtschaft und der Landwirte in ihrer Gemeinde. Welche Verbindung haben Sie zur Landwirtschaft
Seit Beginn der Corona-Krise machte ich jeden Tag ein Video, inzwischen jeden Zweiten. Ich bin der Landwirtschaft gegenüber positiv eingestellt, mein Schwager ist zum Bespiel ein Landwirt in Cremlingen. Dabei bewegt mich vor allem die Frage, ob die Lebensmittelpreise überhaupt noch angebracht sind, bei dem was Landwirte leisten müssen. Die Vorstellung der Städter, wie Landwirtschaft zu sein hat, ist einfach nicht machbar.

Wie wichtig ist die Landwirtschaft in ihrer Region? Was bewegt Sie jetzt besonders?
In meiner Gemeinde gibt es etwa 2.500 Einwohner, darunter ist eine Genossenschaft, ein Haupterwerbslandwirt und drei Nebenerwerbslandwirte. Sie haben jetzt schon mit Trockenheit zu kämpfen und generell natürlich mit den falschen Ansichten bei der Bevölkerung, wie Landwirtschaft zu sein hat. Das ist auch Thema in dem Video. 
 

Wie kommen Ihre Videos zustande? 

Ich habe ein uraltes Handy, mit dem ich die Videos allein drehe. Mit Fernbedienung und Stativ funktioniert das ganz gut.

Wie sieht Ihr Konzept aus?
Der Einstieg in meine Videos ist immer gleich und auch für das Ende habe ich drei Standard-Sprüche. Eine Handpuppe ist auch manchmal dabei, wenn sich die Themen an Kinder richten. Aus der Gemeinde bekomme ich die Rückmeldung, dass die Verbindung von Alltagsthemen und Kirchlichem in den Videos sehr gut ankommt. 
 

Wie kamen Sie auf die Idee, Kirchengrüße per Video drehen?
Durch die Corona-Krise musste ich mir Gedanken machen, wie ich zu meiner Gemeinde Kontakt halten kann. Dafür suche ich mir Themen aus unserem Alltag. Zum Beispiel haben wir neun Storchennester im Dorf, auf dem Kirchendach saßen sogar mal acht Störche nebeneinander. Den Menschen schickte ich dann einen Kirchengruß, dass sie die Zeit nutzen und was draus machen können. Vielleicht waren ja die Störche nette Vorboten und ich habe im nächsten Jahr mehr Taufen. Im zweiten Video ging ich auf die Notsituation der Menschen ein. Die Kirchengemeinde hatte noch knapp 100 Rollen Toilettenpapier. Wer etwas brauchte, sollte nur anrufen. Dann hätte ich ihnen zwei Rollen vorbeigebracht. Zwei Anfragen kamen tatsächlich, allerdings aus Bayern. Das war dann doch etwas zu weit weg.

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