Die drei Gründer von "Artenglück"
Ellen Hartmann | am

Mit Spenden Wildblumen und Wildkräuter unterstützen

Drei Freunde aus Rodewald im Landkreis Nienburg setzen sich für Wildkräuter und Insekten ein und haben das Start-Up "Artenglück" gegründet. Wer möchte kann bei ihnen eine Blühpatenschaft übernehmen.

Je nach Spendenbeitrag bekommen die Paten eine Blühmischung für den Garten und Bio-Honig. "Man kann mit kleinen Mitteln Großes erreichen", weiß Lara Boye (27), die das Unternehmen im Herbst mit Christoph Thieße (25) und Felix Schulze-Varnholt (24) gegründet hat.

Vielfältiges Blütenangebot

Schon für 3,2 Hektar Acker rund um Rodewald konnten die Gründer Blühpaten gewinnen. Die Flächen pachten sie derzeit von mehreren Landwirten, unter anderem auch von Thießes Vater. Für viele Insekten, wie beispielsweise die bedrohten Wildbienen, bieten diese Wiesen ein reichhaltiges Blütenangebot und nützen auch anderen Tieren als Nahrungsquelle und Rückzugsort.

Junger Generation ist Naturschutz wichtig

Besonders der jüngeren Generation von Landwirten seien Naturschutz und Nachhaltigkeit sehr wichtig, so Christoph Thieße. "Es macht echt Spaß und man tut was Gutes", so der 25-Jährige, der bereits einen eigenen Betrieb führt. Dass Bauern bunte Wiesen anlegen, ist nicht neu: Zur Agrarförderung 2020 waren landesweit rund 24.000 Hektar Blühstreifen, Blühmischungen auf Ackerland und ein- und mehrjährige Honigpflanzen angemeldet.

Fortschritt durch den Niedersächsischen Weg

"Landwirte haben ein ganz großes Interesse an dem Thema, weil sie von und mit der Natur leben", heißt es von Sonja Markgraf, Sprecherin vom Landvolk Niedersachsen. Gerade durch den "Niedersächsischen Weg" habe der Artenschutz einen Schub erhalten. Denn dieser vom Landtag beschlossene Kompromiss sichert Landwirten Ausgleichszahlungen für mehr Umweltschutz zu.

"Es soll langfristig und nachhaltig sein"

Auch im Landkreis Göttingen wird seit 2019 nach Paten für blühende Wiesen gesucht. Mit den Spenden konnten bisher 30 Landwirte rund 50 Blühstreifen anlegen. Diese bestehen unter anderem aus Kornblumen und Wilder Möhre. Ziel für die Gründer von "Artenglück" ist im ersten Jahr eine Blühfläche von fünf Hektar: "Es soll langfristig und nachhaltig sein. Unsere Blühmischungen sind mehrjährig", erklärt Felix Schulze-Varnholt. Er studiert in Göttingen Agrarwissenschaften. "Damit kann die Politik nicht alleine gelassen werden", sagt Lara Boye. "Naturschutz ist erst richtig nachhaltig, wenn auch die Bevölkerung mitmacht."

Mit Material von dpa
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